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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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(vgl. K. B e r ts ch in Jahresh. d. Ver. f. vaterl. Naturk. in Württemb. Bd. LXX, 1914 pag, 198/203 und König,Zur Ausmalung der Stiefmütterchenblüte, Isis 1891). H. Hoffmann (Naturk. Verh. Hollandsch. Maatsdi.Wetensch., 3. Verz. Deel II 5, 1875 und Bot. Zeitung 1887) konnte durch blosse Auslese aus den Nachkommengewöhnlicher V. arvensis in 6 Jahren Pflanzen mit 24 und in 8 Jahren solche mit 30 mm grossen, mehrfarbigen,z.T. reinvioletten Kronen erhalten, die ziemlich konstant blieben. Becker schloss 1904 (Systematische Be«handlung der Viola arvensis s. 1. auf Grundlage unserer phylogenetischen Kenntnisse. Mitt. Thüring. Bot.Ver. N. F. Bd. XIX) aus derartigen Beobachtungen, dass die gross» und violettblütigen Formen von den klein»und gelbblütigen (also subsp. minima und ihren mediterran.orientalischen Verwandten) abstammen. Späterschloss er sich Jedoch der Ansicht Wittrocks an, dass die grossblütigen Gebirgsformen die ursprünglichstenund aus ihnen durch Anpassung an ein trodcenwarmes Klima die kleinblütigen hervorgegangen seien. DerBearbeiter (Garns) hält erstere Anschauung für wahrscheinlicher und vermutet, das sowohl V. arvensis, wieV. tricolor s. str. durch Kreuzung occulta» und minima.ähnlicher Urformen mit auch schon abgeleiteten gross«blütigen Gebirgsformen hervorgegangen seien. Die mitteleuropäischen Formen lassen sich auf 4 Unterarten verteilen s

1. Kronblätter kürzer bis wenig länger als die Kelchblätter, meist alle hellgelb oder nur die oberen± violett. Ein« bis zweijährige, seltener mehrjährige, kahle oder öfters ± flaumig behaarte Pflanzen . . 2.

1*. Kronblätter meist beträchtlich länger als die Kelchblätter, sehr verschieden gefärbt, die oberen oftviolett. Sprosse kahl oder zerstreut, meist nicht flaumig behaart. Endlappen der Nebenblätter meist eiförmig«lanzettlich bis lineal 3.

2. Sprosse i flaumig, seltener kahl, meist nicht oder wenig ästig. Endlappen der Nebenblätterbreit.eiförmig, von dem der Laubblätter wenig verschieden. Krone nur '/a bis 1 cm lang. Mediterrane Rasse. 1. subsp. minima Gaudin.

2*. Sprosse meist kahl oder schwach behaart, meist sehr ästig. Endlappen der Nebenblätter eiförmig«lanzettlich bis lineal. Krone ± */« bis 1V» cm lang. Ackerpflanzen ... 2. subsp. arvensis (Murray) Gaudin.

3. Ein« bis zweijährige, seltener (besonders auf Sandboden) auch mehrjährige, meist niedrige Pflanzenvon vorwiegend nördlicher und östlicher Verbreitung. Sporn nur etwa 1'/« mal so lang als die Kelchanhängsel.Pollenkammer geschlossen 3. subsp. vulgaris (Koch) Oborny.

3". Mehrjährige, oft über 2 dm hohe Gebirgspflanzen. Sporn ± doppelt so lang als die Kelch«anhängsei. Pollenkammer ± offen 4. subsp. subalpina Gaudin.

1. subsp. minima Gaudin (= V. Kitaibeliana') Römer et Schultes, = V. tricolor L. var. hirta Ging.,= var. hümilis Bertol., = var. Mediterrdnea Gren. et Godron, = V. minima Presl, = V. Nemaus£nsisJordan, = V. canöscens Jord. non Wall.). Fig. 2051 a bis d.

Einjährig, einstengelig oder aus den untersten Knoten mehrstengelig, i */ 2 bis 1 l /s (bis 2) dm hoch. Sprossedeutlich grauflaumig behaart. Nebenblätter mit sehr deutlichem, blattartigem Endzipfel und sehr tief gestelltenSeitenzipfeln. Blattspreiten spatelig, stumpf die unteren eiförmig.rund; die oberen länglich bis lineal, kleinerals bei subsp. arvensis und mit wenigen flachen oder fehlenden Kerben. Kronblätter kürzer bis wenig längerals die Kelchblätter, blassgelb, die oberen zuweilen violett. Sporn etwas länger als die Kelchanhängsel, violett,stärker aufwärts gekrümmt als bei den folgenden Unterarten. III bis V.

In trockenen, offenen Magerwiesen und Weiden, an Acker» und Weinbergsrändern im Mittelmeer»gebiet (von Spanien bis Transkaukasien, südlich bis Oran), daselbst viel verbreiteter als subsp. arvensis. InDeutschland wohl nur vorübergehend eingeschleppt, so mehrfach im Oberrheintal (Elsass, Häfen vonMannheim und Ludwigshafen). In Oesterreich typisch im Küstenland (z.B. bei Pedena in Istrien, beiObrou und Slivje am Karst), von Ungarn aus vereinzelt bis Steiermark (Kalkfelsen von Löffelbach beiHartberg), Niederösterreich (z.B. am Leopoldsberg) und Mähren (z.B. Kronau). In der Schweiz sehrverbreitet im Mittelwallls (von Dor^naz und den Follateres bis Visp und Zermatt, meist nur unter 1000 m,bei Zermatt bis über 1600 m), in abweichenden Formen auch im Tessin (z. B. Generoso, Val Colla) und inden südlichen Bündnertälern (z. B. im Puschlav), in der Nordschweiz (z. B. Kloten) wohl nur adventiv.

Von den im Mittelmeergebiet sehr zahlreichen Formen, die z. T. auch als besondere Unterartenaufgefasst worden sind, wurden bisher die folgenden im Gebiet unterschieden: var. Kitaibeliäna (Römer etSchultes) Ledeb. (= var. Vallesiaca [Thomas als Art] Gremli, = var. canescens Rapin, = var. parviflora Rouyet Fouc. non Hayne subvar. cinerea Rouy et Fouc., = V. Kitaibeliana var. typica Becker). Pflanze sehrklein, in typischer Ausbildung nur 2 bis 5, an schattigen und feuchteren Standorten aber auch 10 bis 20 cmhoch, dicht grauflaumig. Untere Blattspreiten und Endabschnitte der Nebenblätter fast kreisrund. Krone nur

*) Benannt nach dem Botaniker Paul Kitaibel (geb. 3. Febr. 1757 zu Mattersdorf in Ungarn,gest. 4. Dez. 1817 zu Budapest), der mit dem Grafen von Waldstein die Plantae rariores Hungariae(17991812) herausgab.