1904. Hypericum maculätum Crantz (= H. quadrängulum auct. non Crantz nec auct.brit.). Geflecktes Johanniskraut. Fig. 2003, 2004 und 2005.
Ausdauernde, 20 bis 60 cm hohe, kahle Pflanze mit vergänglicher, ästiger, spindeligerWurzel und kurzer, wagrechter, ästiger, ausläuferartige Sprosse treibender Grundachse. Stengelaufrecht oder aufsteigend, einfach oder im oberen Teile ästig, durch 4 Leisten 4=kantig(Fig. 2003 b), seltener ohne Leisten, bisweilen schwarz punktiert (Fig. 2003 c). Laubblätter sitzend,+ breit»eiförmig bis elliptisch, gegen den Grund abgerundet, vorn stumpf, ganzrandig, amRande, bisweilen auch auf der Fläche mit schwarzen Drüsenpunkten, aber meist nicht oderspärlich, selten reichlich durchscheinend punktiert, oberseits dunkelgrün und meist dicht netz»aderig, auf der Unterseite hellgrün (Fig. 2003 c). Blüten etwa 20 bis30 mm im Durchmesser, auf schwarzdrüsigen Stielen, in meist armblü»tigen, einfachen oder zusammengesetzten Trauben. Kelchblätter elliptisch,stumpf oder etwas zugespitzt, so lang bis lVs'mal so lang wie derFruchtknoten, ganzrandig oder an der Spitze stark buchtig gezähnt,am Rande und auf der Unterseite, seltener auch auf der Oberseitemit nur hellen oder hellen und dunklen, punktförmigen oder punkt»und strichförmigen Drüsen. Kronblätter eiförmig»rundlich, etwa 10 bis11 mm lang, goldgelb, am Rande mit oder ohne schwarze Drüsen»punkte, auf der Fläche mit nur hellen oder mit hellen und dunklen,punktförmigen oder punkt» und strichförmigen Drüsen (Fig. 2003 e).
Staubblätter viele (bis 100), 2 /3 bis fast so lang wie die Kronblätter.
Fruchtknoten breit»eiförmig, etwa 9 (10) mm lang, reichlich mitschmalen, grösstenteils strichförmigen Längsleisten; Griffel 1= bis 2=malso lang wie der Fruchtknoten (Fig. 2003 f). Samen zylindrisch, 0,8 bis1,2 mm lang, an beiden Enden stumpf, feinwarzig, hell» bis dunkel»braun (Fig. 2003 g). — VI bis IX.
Eine sehr vielgestaltige Art, deren Glieder z. T. ökologischverschiedenes Verhalten zeigen, z. T. geographisch getrennt (sowohlhorizontal, als auch vertikal) auftreten und ± feuchte Unterlagen allerArt: Wälder, Gebüsche, Legföhrenbestände, Hochstaudenfluren, Wald»wiesen und Waldschläge, Sumpfwiesen, Flachmoore, Gräben, feuchteWeiden usw. von der Ebene bis in die alpine Stufe (am Rachel bis1330 m, in den Bayerischen Alpen bis 1800 m, im NeuenburgerJura bis 1550 m, in Tirol bis 2100 m, im Wallis bis 2300 m, in Grau»bünden bis 2650 m [Schanfigg]) besiedeln.
Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa ausser demäussersten Südosten, nördlich bis Irland, Mittel»England, Skandinavien:
Hindö (68° 22' nördl. Breite), Jämtland, Nord»Onega, Imandra=Land(Umba); West=Sibirien.
Hypericum maculatum umfasst folgende Unterarten: I. subsp. eu.maculätum Sdiinz et Thellung(= H. maculatum Crantz subsp. typicum Fröhlidi, = H. dübium Leers, = H. Delphin^nse Vill., = H. obtüsumMoendi, = H. quadrängulum auct. plur.). Laubblätter mit unterseits sehr dichtem, durchscheinendem, Verhältnis-mässig stark hervortretendem Nervennetz, fast ohne oder mit zahlreichen hellen Drüsenpunkten. Blüten20 bis 25 mm im Durchmesser. Kelchblätter verhältnismässig kurz, so lang wie der Fruchtknoten, sehr breit,stumpf oder etwas spitz, mit meist unmerklich gezähnter Spitze und sehr feinen, hellen und dunklen punkt»förmigen Drüsen. Kronblätter etwa 10 mm lang, ganzrandig, auf der Fläche mit strich» und punktförmigen,sehr feinen, meist dunklen Drüsen, am Rand meist drüsenlos. Staubblätter */> bis fast so lang wie die Kronblätter.Griffel etwa so lang wie der Fruchtknoten. Fruchtwand mit zahlreichen schmalen, strichförmigen Drüsen.Samen nur etwa 0,8 mm lang, gelblich» bis grünlichbraun. Die verbreitetste Form in Mitteleuropa, in den
Fig. 2003. Hypericum macu-latum Crantz. a Habitus.b Stengelaus-chnitt. c Laubblatt.d Blüte, e Kelchblatt. / Kapsel.g Samen.