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im nördlichen Ostpreussen ganz fehlend. — In Oesterreich im Urgesteinsgebiet von Böhmen, Mähren undNiederösterreich verbreitet, im Voralpengebiet, den Alpen und der Kalkzone Mährens zerstreut. — In derSchweiz im Jura und in den Alpen zerstreut, im Mittellande ziemlich verbreitet.
Allgemeine Verbreitung: Europa, nördlich bis England, Dänemark, Schonen,Blekinge, Smäland, Estland, Wilna j gemässigtes Asien bis Japan; Makaronesien, Südafrika.
Die Art zeigt folgende Gliederung! var. typicum Beck. Kelchblätter ganzrandig, einzelne hie undda mit spärlichen grünen Zähnchen; schwarze Drüsen an den Zähnchen fehlend. Verbreitet. — var. decümbensPeterm. (= H. humifusum L. var. radicans Neyr.). Pflanze kräftiger. Stengel bis 35 cm lang. Kelchblättermit spärlichen schwarzen Drüsenköpfen. Verbreitet. — var. Liottärdi (Vill.) Car. et St. Lager. Pflanze1» bis 2-jährig. Stengel aufrecht, oft einfach, armblätterig, 3 bis 6 cm hoch. Kelch und Krone 4-zählig, seltener5-zählig. Staubblätter 10 bis 15. Zerstreut, stellenweise verbreitet, so im Bayerischen Keupergebiet und in Nord.Hannover im Marschkreise Staade, besonders auf trockenem Sand- und Torfboden aufAeckern, bisweilen auchan Ruderalstellen. — f. arenärium F. A. Noväk. Kelchblätter ungleich, stumpf, dicht schwarzdrüsig. Kapselneinfarbig. Staubblätter drüsenlos (Böhmen).
Hypericum humifusum ist der einzige Vertreter der zur Sektion Euhypericum zählenden UntersektionOligostema und besitzt eine fast kosmopolitische Verbreitung. Die ihr nächst verwandte Untersektion Olympiaist südosteuropäisch-kleinasiatisch. Die Art findet sich sowohl auf feuchten wie auf trockenen Unterlagen,scheint aber nicht gern auf Kalk zu wachsen und die Gebiete mit kontinentalem Klima zu meiden. In derNorddeutschen Heide ist die oft zierliche Pflanze nach P. Graebner bisweilen in Menge auf sandigemGrunde anzutreffen, kann aber vielfach auch plötzlich von altbesiedelten Orten verschwinden. In den Calluna»Heiden auf diluvialen Sanden sind ihre Begleiter Moose wie Ceratodon purpureus, Polytrichum juniperinumund Hypnum Schreberi, ferner Sieglingia decümbens, Molinia caerulea, Weingaertneria canescens, Carex arenaria,C. ericetorum, Rumex Acetosella, Calluna vulgaris, Empetrum nigrum usw. Ueber die Begleitflora in Sandflurenvgl. die Angabe über die Besiedelung des Tertiärhügels bei Wolnzach unter Axra caryophyllea (Bd. 1, pag. 241).In dicht geschlossenen Gesellschaften vermag sie sich nicht zu halten, tritt dafür aber in grossen Herden auffrischen Torfstichen mit Agrostis canina, A. alba, Trifolium spadiceum usw. oder nach Buchenau auf durchVerletzungen entstandenen offenen Böden, z. B. Maulwurfshaufen, auf. Sehr häufig erscheint sie apophytischauf sandigen und feuchten Aeckern und Brachen. Auf Stoppelfeldern Nordostdeutschlands trifft man dann mithr nach Abromeit etwa Alchemilla arvensis, Centunculus minimus, Radiola linoides, Gypsophila muralis,Juncus capitatus usw. In forstlichen Pflanzgärten, auch in manchen Botanischen Gärten ist sie ihrer Kleinheitund ihrer starken Vermehrung wegen ein äusserst lästiges und schwer zu beseitigendes Unkraut. Die Blütengelangen bisweilen schon während der Vollblüte zur Selbstbestäubung. Regelmässig soll nach Knuth eine Pollen-übertragung innerhalb derselben Blüte bei sich schliessenden Blüten zu beobachten sein. Auch bei ungünstigerWitterung, bei der sich die Blüten nicht öffnen, soll nach Kern er spontane Selbstbestäubung eintreten. Hinund wieder sind die Gipfelblüten 4-zählig. Kraut und Blüten waren ehedem als Heilmittel im Gebrauch; dieBlüten färben und riechen wie jene von Hypericum perforatum.
1903. Hypericum hirsütum L. (= H. villösum Crantz). Behaartes Johanniskraut.
Franz.: Millepertuis herisse. Taf. 184, Fig. 1; Fig. 2002 und Fig. 1996d und e.
Ausdauernde, 40 bis 100 (144) cm hohe, dicht kurzhaarige, mehrstengelige Pflanzemit spindelförmiger Wurzel. Stengel aus einem kurzen, ästigen Erdstock wagrecht ent=springend, am Grunde wurzelnd, dann aufrecht, einfach oder kurzästig, stielrund, dicht kurzund kraus behaart, im nichtblühenden Zustande am Grunde mit Niederblättern. Laubblättersehr kurz gestielt, eiförmig oder länglich=eiförmig, stumpf, dicht kurzhaarig, am Randegewimpert, durchscheinend punktiert, ohne schwarze Drüsen, unterseits heller. Blüten inlockerem, pyramidenförmigem Blütenstande, auf behaarten Stielen. Kelchblätter länglich«lanzettlich oder lanzettlich, spitzlich, etwa 4 bis 5 mm lang, durch schwarze, kurzgestielteDrüsen gewimpert, auf der Unterseite ± reichlich kurzhaarig. Kronblätter 8 bis 11 mmlang, eilänglich, schmabzungenförmig, an der Spitze mit wenigen schwarzen Drüsen, bleichgelbbis goldgelb. Staubblätter wenig kürzer als die Kronblätter. Kapsel eiförmig, etwa 8 mmlang, mit harzführenden Längsstreifen. Samen zylindrisch, an beiden Enden abgerundet,1 bis 1,2 mm lang, von in Längsreihen angeordneten Papillen rauh, hellziegelrotbraun.— VI bis VIII.