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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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S*. Flügel nur 3 bis 4 mm lang. Blütenstand dichttraubig.reichblütig. F/uchtstände dicht oder (f. Dese«glisei [Legr.]) etwas lockerer und dann Blütenfarbe etwas heller und Hochblätter kürzer; mitunter dabei dieFlügel fein gewimpert (subf. cilioläta Lam.). Pflanze meist nur 5 bis 15 cm hoch. Blätter zumeist lineal.Hochblätter oft viel länger als die Blütenstiele. Reife Frucht länglich=oval, etwa so lang und deutlich breiterals die Flügel. Nur im westlichsten Gebiet an mehreren Stellen in der Rheinprovinz . var. Lensöi Boreau.

Die leichte Frucht löst sich unschwer vom Stiel und wird dann ein Spiel des Windes. Sobald die Zwischen»wand ausgetrocknet ist, öffnet sie sich und die Samen fallen heraus. Diese besitzen 2 Elaiosome, ein grossesam vorderen Ende von der Mikropylengegend ausgehend, dann sich zurückbiegend und ein Stück am Samenhinaufreichend und ein kleineres am hinteren Ende, das aus einer Anschwellung der Raphe an der Chalazabesteht. Die Lappen des grossen Elaiosoms besitzen längsgerichtete, keulenförmige Zellen, welche als Speicherfür Oeltröpfchen dienen (Polygala=Typus bei Sernander). Die Samen werden anfänglich vom Winde verwehtund später durch Ameisen verschleppt. Gelegentlich lässt Sich bei P. vulgaris als Missbildung die Brakteo«manie beobachten, das heisst die Unterdrückung der Blüte und die bedeutende Vermehrung der Brakteen;ferner wurden Verwachsung aller Staubblätter zu einem Bündel festgestellt. Manchmal ist nur eines der beidenSamenfächer wie gewöhnlich in der nahe verwandten Gattung Monnina gut ausgebildet. Durch Gallenstichwerden die Laubblätter an der Sprosspitze am Wachstum gehemmt, sie häufen sich knospenartig, ihre Spreiten sindgekrümmt. Pharmazeutisch ist die Art wertlos, wird aber oft irrtümlicherweise oder als Verfälschung für P. amäragenommen. Um die Wende des 16. Jahrhunderts wurde sie bereits im Hörtus Eystett6nsis kultiviert.

1816. Polygala alpestris Rchb. ( P. microcärpa Gaudin, = P. amära L. / alpestris Kochnon Wahlenb.). Voralpen = Kreuzblume. Fig. 1730.

Ausdauernde Pflanze mit wenig verdicktem, oft verzweigtem Erdstock. Stengelwenige, kurz, niederliegend oder aufsteigend, dünn, 7 bis 15 cm hoch. Untere Laubblätterstets deutlich kleiner als die oberen, meist schuppenförmig, selten grösser und dann breit»elliptisch und fast rosettenartig gehäuft, obere Laubblätter nach oben an Länge deutlich zu*nehmend, breitlanzettlich bis elliptisch=lanzettlich, die obersten genähert, den Grund des Blüten»Standes umgebend. Blütenstände kurz, später bis 3,5 cm lang, ziemlich dicht, nicht schopfigund auch zur Fruchtzeit von den oberen Laubblättern umgeben. Tragblätter elliptisch, meistkürzer, höchstens etwas länger als die Blütenstiele, zur Blütezeit hinfällig. Blütenstiele zuletztzurückgekrümmt. Blüten klein, 4 bis 5 mm lang, blau, bläulichweiss oder weisslich. Kelch»blätter kurz, elliptisch, meist so lang wie die Kronblätter; Flügel oval bis schmal oder länglich»verkehrt=eiförmig, bei der Reife 4,5 bis 6 mm lang, 3=nervig; Mittelnerv unverzweigt oderwenig ästig, selten oder undeutlich durch sehr spärliche Netzverbindungen mit den ebenfallswenig ästigen Seitennerven verknüpft. Kronblattröhre kurz, fast eingeschlossen, aber länger alsbei P. alpina und P. amara und deutlich gegliedert, mit gespreiztem Anhängsel. Kapselsitzend, verkehrt=herz=eiförmig, schmal geflügelt, zur Fruchtzeit viel breiter und wenig kürzerals die Flügel. Samen elliptisch; seitliche Lappen der Samenanhängsel etwa 1 /s der Samen»länge erreichend. VI, VII.

Meist häufig auf kurzrasigen Matten und Weiden, auf verrastem Geröll, in alpinenZwergstrauchheiden, in lichten Bergföhren Wäldern, ohne Wahl der Bodenunterlage, in dersubalpinen und alpinen Stufe, selten tiefer (bei Kitzbühel bei 950 m [Murr]) ; in Tirol bis2200 m, in Graubünden bis 2650 m (am Südgrat des Piz Laschadurella), im Wallis bis 2700 m.

In Deutschland nur in den Bayerischen Alpen: Bärgündeletal im Allgäu, Brannenburger Felssturz,Salzburger Alpen am Hochfelln, Kammerlinghorn, Schlegel und Staufen bei Reichenhall, Untersberg, Landtal»alpe. In Oesterreich in Tirol, Salzburg und Vorarlberg verbreitet, von Niederösterreich und Steiermarknicht erwähnt, aber wohl vorhanden und verkannt, in Kärnten sehr selten (bei Grosszirknitz bei Sagritz undam Rapp bei Tröpolach, am Loibl (?) s für Krain fraglich. In der Schweiz in den Alpen verbreitet, im Juraseltener (noch im Basler Jura von Oberrechenberg bis zur Hasenmatte).

Allgemeine Verbreitung: Frankreidi (Pyrenäen, Westalpen und Jura) ostwärtsdurch den Alpenzug über die Schweiz, Bayern, Tirol und Norditalien bis zum östlichenAlpenrand; in den Karpaten vielleicht nur auf die Kalkalpen von Liptau und Bela beschränkt - tfraglich im nördlichen Balkan und im Kaukasus.