Die. efsbare Auster.
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skop Eier darin entdeckt. Die entleerten Eier hängen sich mittelst des ihnen anklebenden Saftes anFelsen und allerlei Körper oder andere ältere Austern an, zeigen nach 24 Stunden schon eine ausge-bildete Schaale, und wachsen den ganzen Sommer hindurch, so dafs sie nach drei Tagen schon dreiLinien breit sind und nach drei Monaten die Gröfse eines 30-Sousstiicks, nach einem Jahre aber dieeines Sechs -'Li vresliicks haben. Nach Poli würden sie schon im November des ersten Jahres, nachAndern aber erst im dritten Jahre fortpflanzungsfähig sein, obgleich sie erst im vierten Jahre ihreNormalgröfse erreichen und einen angenehmen Geschmack bekommen. Schlamm und Seegras sollennachtheilig auf den Wachsthum der Austern einwirken. Krebse, verschiedene andere Schaalthicre(wie Kammmuscheln), besonders aber Secsterne (namentlich Aslcrias glaclalisj, werden als Austern-feinde genannt (*). Der letztere soll in die Schaale der Auster dringen und sie aussaugen, daher ister sehr verrufen, besonders 111 England (**). Die Austern bekommen, hauptsächlich durch künstlichePflege, aus noch nicht genügend dargethanen Ursachen, eine grüne, in frühem Zeiten häufig von Kup-fer hergeleitete Färbung (*"). Parasitische Thierdien, welche die Austern bewohnen und leuchtensollen, erwähnt schon De la Voey('); dafs aber, wie Deslandcs ( 5 ) anglebt, rothe Würmchen,welche man zur Laichzeit bei ihnen fände, das Eierlegen erleichtern, ist wohl mehr als unwahr-scheinlich. Todte Austern faulen schnell und verbreiten schon nach einigen Stunden einen schreck-lichen Geruch. — In chemischer Hinsicht findet man in den Austern viel Muchs und Spuren vonGallerte. Bostock zu Folge würde das mit Austern geschüttelte kalte Wasser in der llitze nichtgerinnen, und durch Bleiessig stark gefällt werden.
Nutzen, Fang und Aufbewahrung. Die Austern machen in Europa schon seit den älternZeiten der Römerherrschaft (f) eine beliebte Speise aus, und werden theils roh, allein oder mit Ci-tronensaft und einem säuerlichen Weine (Rheinwein), theils in mannigfachen Zubereitungen (so nachArt der Sardellen cinmarinirt, gebacken, gedämpft, gefüllt, ferner als Austern in Kasserole, Austernmit Parmesankäse oder Gänselebcr bereitet, Austern au hon homme, ferner in Kuchen, Pasteten, Ra-gouts, Saucen, Suppen und Torten) genossen und zu diesem Zweck, wenn die See nicht zu entferntist, in Fäfschen (so von Hamburg aus von den Oehsterklöbers (Austernöffnern) frisch verschickt. Sol-
(*) Ein Wurm, Hermelle genannt, soll an der Küste Cancale eine Austerbank ganz zerstört haben (Fforiep IXot-Cd. 29. <9. 122.). Was es fiir ein Thier sei, wird nicht angegeben.
(**) Es steht daher in England eine harte Strafe darauf, wenn ein Austerfischer einen Scestern (Fiveßnger) nichtzertritt oder ans Ufer wirft. Pennant a- a. O. p. 107,
(•»♦) Nach Gaillon's Clourn. d. Phjsiquc) von Bory bestrittener Meinung würde die grüne Farbe von der Bildungeiner I\avicula herrühren. Blainville leitet sie von einer Krankheit der Austern ab. — Die mittelst Grünspan gefärlj-ten würden eine wässrige Ammoniumauflosung blaulich machen, mithin leicht zu erkennen sein.
(') Journal d■ Savans. 31. Mars 1666. — ( s ) Recueil d. dijferens traites d. physique et d'hist. nat. p. 208.
(f) Bei den Römern galten die Austern als grofser Leckerbissen (Plin. //• IS. Lih. XXXll. c. 6., Macrob. Sat. c. 9.),theils roh, theils gekocht unter Zusatz von Pfeffer, Eigelb, Weinessig, Oel und Wein. Die Hellespont-Austern von derStadt Cyziceua, die Catull Ccarm. 18.) erwähnt, ferner die Britannischen, namentlich die von Rutupinura (.luven.Sat. IT 7 ', v. 14,), die Gallischen, so die von Medula (heutzutage Medoc), die Istrischeu, die Lucenser u. s. f. waren beson-ders beliebt. Sehr waren Austern geschätzt, die in eigenen Fahrzeugen aus der Ferne gebracht und eine Zeit lang im Lu-criner oder Averner See gemästet worden waren (Plin. L. XXXll. c. 6. (ed. llard■ c. 2t.) und L. IX. c. 54. (ed. Hard.C. 59.)). Es gab sogar unter den Römern so geübte Feinschmecker, dafs sie das Vaterland der Austern hcrausschmcckten(Juven. Sat. IV. v. 141.). — Sergius Orata, der zur Zeit des L. Crassus, des Redners vor dem Marsischen Kriege,lebte, war der erste, der, und zwar aus Geiz, künstliche Austerbänke anlegte (Plin. H. IV. L. IX. c. 54., Macrob. Sat.T.ib. II. c. XI ). Die erfahrnen Austerkeaner unter den Alten hielten die an den Kiemen und dem Mantelsaum rothlichgefärbten, welche Färbung nach Li6ter (Conchjl. bivalv. Exerc. p- 80.) besonders bei trächtigen Austern sich fände, alsCalliblephara fiir vorzüglich, (l'liu. L. XXXll. c. 6.).
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