Druckschrift 
2 (1833)
Entstehung
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308
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Sepia.

senken sich drei grofse Gefiifsslämme ein, von denen der mittlere (Fig. 22. v) ein Zweig jenes gro-fsen, aus den Organen des vordem Körperendes, aus dem Kopf und den Fangarmen Zweige aufneh-menden, und sich vor seiner Einsenkung in die Seitenherzen in zwei Zweige (Fig. 22. vv) spaltendenGefäfsstammes (Fig. 2. ww und Fig. 22. w) ist, während der hintere davon (Fig. 22. yy) d as Blutaus dem hintern Körperende und der seitliche (Fig. 22. o o) das Blut aus dem Kiemenbande und denangrenzenden Manteltheilen in das Seitenherz führt. Alle drei der beschriebenen Gefäfse sind da, wosie in dem grofsen Hohladersack liegen, mit zerästeten, drüsenähnlichen Anhängen (x x) versehen, diewohl zur Vermittelung der Respiration beitragen (*). Aus dem äufseren obern Winkel des Seiten,herzens entspringt aber noch ein viertes Gefäfs (Fig. 22. z), welches das Blut aus demselben in dieKiemen seiner Seite (g) führt Kiemen (Fig. 1, 2, 22 g g, gg) sind zwei vorhanden, eine auf derMitte jeder Seite des Körpers. Jede Kieme erseheint als ein llügelförmiges, an seinem hintern, obernllande mittelst eines Bandes an den Mantel befestigtes Organ, welches an seinem Innern, hintern Endemit seinen Gefäfsen und bewegenden Muskeln zusammenhängt, während der untere oder hintere Randund das obere, dreieckige Ende derselben frei sind. Jede Kieme besteht aus einer flügeiförmigenHaut, die eine sehr zahlreiche Menge häutiger, von innen nach aufsen parallel, aber etwas schrägliegender Blatter auf jeder ihrer beiden Seiten ausschickt. Die Blätter der beiden Seiten alternirenmiteinander und nehmen nach der dreieckigen Spitze der Kieme hin an Länge ab. Jedes einzelneder Blätter ist über seiner glatten Basis mit zahlreichen kleinen, parallelen, gekräuselten Längsfaltenversehen, während das obere Ende desselben an einen konischen, häckchenähnlichen, häutigknorpligenTräger befestigt ist, so dafs also auch schon in den Kiemen, welche durch die oben beschriebenenMuskeln Bewegungsfähigkeit erhalten, feste Theile (Knorpel) als Stützpunkte auftreten. — Die Haupt-masse des Nervensystems (Taf. XXXII. Fig. 23.) bildet eine im Grunde des Kopfknorpels liegende,den Schlund umfassende Masse (Hirn der Schriftsteller) (ebd. A.), mit der noch zwei vor ihr liegendeKuoten (**) durch Zweige in Verbindung stehen. Aus dem untern Theile des Hirns entstehen in derMitte die beiden dicht nebeneinander liegenden platten Knoten (Fig. 23. aa, Fig. 3. uu), von de-nen jeder fünf Aeste («, <3 , y, 6, s) für die Fangarme, einen vordem Verbindungsast zum vordem, un-tern Knoten der Mundeingeweidenerven (Fig. 23. 4) und einen Ast in die Kopfmuskeln (Fig. 3. und23. r) abschickt. Hinter diesen beiden Knoten entspringt jederseits mit dünnem Anfang der Augen-nerve (Fig. 23. b), der sich vor der Vertheilung ins Auge erweitert und dann viele Zweige in das-selbe ausstrahlt. Hinter demselben nach innen entstehen unter und hinter einander jederseits zweiNerven, die sich in den Trichter vertheilen (Fig. 23. c d, Fig. 3. d e). Hinter den Trichternerven istjederseits ein sehr starker Nervenast (Fig. 23. e), der sich bedeutend nach aufsen wendet, über dasobere Ende der Leber geht, den innern grofsen Trichterkopfinuskel, den er mit Zweigen versieht,durchbohrt, an den obern Theil des Mantels tritt, und sich dort in zwei Aeste spaltet, einen äufsern (g)

und

(*) Sie geben nach Cuvier bei frischen Tliieren, wenigstens bei Octopus, beim Druck eine gelbe Flüssigkeit von sich,welche entweder dazu dient , in"die Venen ergotsen zu werden, oder ein Excrement ist, das sie verdunsten. — Sollte sienicht vielleicht eine Art Milzfunction ausüben?

(**) Diese beiden ELnoten setzen nebst den ebenfalls noch später näher zu beschreibenden, auf den Magen liegendenKnoten, ein eigentliümlicbes Nervensystem zusammen, welches man Mundeingeweidenervensystem nennen könnte- Es ver-teilt sich analog dem Eingeweidenervensystem der Annulaten und Insekten an die Mundtheile und den Magen; zeigt aberzum Unterschied von dem der Insekten und Crustaceen bei den Sepien auf der Bauchseite seine Hauptentwickelung. Mankönnte also sagen, die Sepien besitzen zwar ein den Insekten analoges Eingeweideserveiisystem, aber die Lage desselbensteht bei beiden Thierformen im umgekehrten Yerhältnifs.