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2 (1833)
Entstehung
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283
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Medizinischer Blutegel.

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M ciie;c . In Deutschland jedoch sind die Egel, tlieils durch Austrocknen von Sümpfen, theils durchden Gebrauch, die Verluste beim Transport, und bei der Aufbewahrung in manchen Gegenden schonso selten geworden, dafs man sie selbst für den nöthigen Bedarf nicht mehr in hinreichender Mengebekommen kann, sondern aus entferntem bezichen mufs, wo sie viel häufiger sich finden. Ob nunaus diesen Gründen die Egelausfuhr aus Deutschland zu verbieten sei, darüber haben sich nicht alleindie Aerzte und Pharmazeuten, sondern auch verschiedene Regierungen verschieden ausgesprochen.In Hannover erschien (') im Jahre 1823 eine Verordnung vom 23. November, welche die Egelausfuhrverbietet. Die Preufsische Regierung gestattet die Ausfuhr ( 2 ). Die Oesterrcichische ertlieilte zweiPächtern des Esterhazyschcn Egelfanges auf 5 Jahre ein Privilegium, Zucht und Handel mit Egelnin eigens dazu eingerichteten Behältern zu treiben ( 3 ). Preufsen und Oesterreich haben auch wohlallerdings keinen drückenden Egelmangel zu fürchten, da man in beiden Ländern bereits Egelzuchten,angelegt hat oder noch anlegt, die mehr als gegen Mangel sichern. Auch haben manche Regierungenin Preufsen bereits Aufforderungen und Vorschriften zur Förderung der Egelzucht erlassen.. Der rich-tigste Weg dürfte allerdings wohl sein, den Handel nicht zu hemmen, sondern den Absatz durch denHandel durch zweckmiifsige polizeiliche Verordnungen, namentlich durch Verbieten der Egelfischereizu Zeiten, die sich nicht für den Transport und die Aufbewahrung der Egel eignen, ebenso wie durchErtheilung von Vorschriften für zweckmäßige Zuchten nicht allein zu ersetzen, sondern zu vermehren.Ohnehin steht zu erwarten, dafs wieder Zeiten eintreten, wo die Egel, namentlich in Frankreich,,mit dem herrschenden System der Medizin mehr aus der Mode kommen, besonders da sich schonStimmen dagegen erheben ( 4 ).

Zum Fangen der Egel bedient man sich verschiedener Verfahrungsarten. Die einfachste undwohl am häufigsten angewendete, wiewohl zuweilen nicht ganz gefahrlose (*) Fangart ist die, dafsPersonen mit entblöfsten Füfsen in solche Gewässer gehen, worin sich Egel finden und theils die freiherumschwimmenden, theils sich ihnen anhängenden Individuen ergreifen (**). Um die Egel aufzuscheu-chen, wird das Wasser stark bewegt, wobei man sich auch wohl eines Stockes bedient, mit dem manauf das Wasser schlägt ( 5 ). Bei diesem Fange hilft besonders noch der Instinct der Egel sich an die Beinedes Fischers anzusetzen. Nach Gisler würde man auch Egel erhalten, wenn man mit einem Stockevom Ufer aus den Grund aufrührte, den aufgescheuchten Egeln schnell den Stock unter den Leibschöbe und sie so aus dem Wasser würfe, wozu wohl viel Zeit und Geschicklichkeit gehört. Nach ihmsoll ein weifses mit Blut bestrichenes Tuch, wenn man es unter die Oberfläche des Wassers ausbrei-tet, die Egel anlocken. Clesius sagt, dafs man, um Egel zu fangen, die Hörner oder Klauen vonOchsen oder Schaafen, oder Pferdehufe ins Wssser bringen solle, damit sich die Egel an sie ansetz-ten, und sie dann beim Sonnenschein hervorziehen. D erbe im s spricht von eigenen, an einem Bie-gel befestigten, und mit Blei beschwerten Netzen als Fanginstrumente, und erzählt, dafs man damit,,nachdem der Grund des Gewässers, worin sich Egel halten, mittelst eines Rechens aufgewühlt sei,die aufgescheuchten Egel finge. Nach demselben Verfasser würde man auch, wenn Stürme oder Re*

(*) Brandes's Archiv Bd. 11. p. '269. — (') Laut eines Circularschreibens des Minister, der geistl., Unterrichts-und Medizinal-Angelegenheiten vom 17. September 1827. — ( 3 ) Müller Blutegel p. VI. — (*) Dahin gehört die Schriftvon J. M. Audin-Kouviere: Keine Blutegel mehr! aus dem Franz. Leipz. 1828. 8. — {') Ratzeburg's Erfahrung.

(*) Man kennt Beispiele, dafs Personen, an die sich eine zu grofse Menge Egel setzten, Ohnmächten und Krämpfebekamen, ja selbst starben.

(**) Nach Clesius p. 4S. würden sieh manche Fänger, um die anhängenden Thiero lofszumachen, auoli wohl einerSalzauflösung bedienen.