Medizinischer Blutegel.
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zuerst angab, in den Egelbehälter thue (*). — Zuweilen sterben die Egel, ohne vorher an einerKrankheit gelitten zu haben, plötzlich, währeud eines Gewitters. Derheims (') sucht die Ursachedieses Todes in einer durch die Electricität bewirkten Gerinnung des Eiweifses ihres Blutes (?). —Verhalten der Egel nach dem Tode. Todte Egel erscheinen stets (aufser wenn sie in scharfen,contxahirenden Flüssigkeiten starben) mehr oder weniger ausgestreckt. Bei den mäfsig ausgestrecktenist die Oberlippe umgeschlagen und bedeckt den Mund, während der Fufs schlaff erscheint. Oft hängtein Theil der Ruthe hervor. Die Haut widersteht der Fäulnifs lange, obgleich alle übrigen Theileleicht faulen. Merkwürdig ist, dafs die Egel aufser dem Wasser in einer trockenen Atmosphäre schnellund zwar schon nach mehreren Stunden vertrocknen. Der Geruch faulender Egel ist ganz eigenthüm-lich, so wie überhaupt der durch Fäulnifs entstehende Geruch bei den verschiedenen Thiergattungenverschieden sich zeigt. Nach Thomas (*) wohl etwas zu unbestimmter Aeufserung würde er demGerüche faulender rothblütiger Thiere ähnlicher, als dem von faulenden Würmern sein.
Die Blutegel haben viele Feinde, namentlich unter den Sumpf- und Wasservögeln. Aberauch Hühner sollen Egel fressen, jedoch ihnen, bevor sie sie verzehren, den Kopf zerpicken ( 3 ). VonSäugetliicren wird der Igel (Erinaceus europaeus) als ihr Feind genannt, indem er die auf der Ober-fläche des Wassers schwimmenden Egel fängt und den Kücken derselben aufbeifst. Von den Was-serratten sollen sie ebenfalls zu leiden haben ( 4 ), aber auch von den Landratten (**). Unter den Fi-schen nähren sich viele von Egeln, so unter andern auch die Stichlinge ( 5 ). Auch die grofsen Was-serkäfer (Hydrophilus, DytiscusJ und ihre Larven, so wie die Larven der Phryganeen ( 6 ) greifendie Egel an.
Nutzen der Blutegel. Bekanntlich werden die Blutegel schon seit vielen Jahrhunderten zurEntziehung von Blut benutzt (***), und besonders in den neueren. Zeiten häufig gebraucht (f), und
(*) p. 93. — (") p. 135. — (') Clesius p. 50. — (') Zier in Büchners Repert. Bd. 23. p. 43. — (®) Ramage-Joum. of science p. 74.; Froriep Not. Bd. XIII. p. 209. — (') Xister in Geiger Magaz. Bd. 29. p. 163.
(*) Zur Reinigung von Gefäfsen, worin kranke Egel waren, um sie später ohne Schaden gebrauchen zu können, em-pfiehlt Köhler (Brandes's Arch. Bd. XI. p. 93.) eine Chlor entwickelnde Mischung.
("*) Dafs Hausratten die Egel aus ihren Behältern holen, wenn sie ankommen können, versicherte Brandt ein Peters-burger glaubwürdiger Apotheker.
(***) Clesius crvÄhnt, dafs die Chinesen Blutegel als Delicatesse essen. (Liegt dabei nicht etwa oinc Verwechselungmit Holothurien zum Grunde?)
(t) Von den ältesten bekannten, medizinischen Schriftstellern schrieb schon Themison, der Stifter der Methodiker,.(63 v. Chr.) über die Nützlichkeit der Blutegel, indessen soll dem, dem Galen zugeschriebenen, Buche De Hirudinibuszufolge, schon Hippocrates in den Prognosticis der ßStX>M oft erwähnen. Themison setzte, nachdem die Blutgel lofsge-lassen hatten, um recht viel Blut zu entleeren, einen Schröpfkopf auf. — Celsus lobt die Blutegel oft, ebenso wurdensie von Menemachus gebraucht, von Dioscorides erwähnt und bei Plinius (XXXIL c. 10.) empföhlen; Auch soll'nach dem letztern die Asche von einem verbrannten Egel, wenn man sie auf einen Theil streut, oder mit Essig zu einemBrei angerührt aufträgt, die Haare vertilgen. Aretaeus (Lib. II. c. 6J gebrauchte Blutegel bei Angina, die von Dyspnoebegleitet war, ferner gegen Leberentzündung, Lendenweli und Satyriasis. Vielfacher Erwähnung der Blutegel geschieht imdem dem Galen beigelegten Buch De cueurbiculis, Scarißcalione de Sanguisugis (s. hierüber besonders Gcsn. Aqeuit.JJ.b. IV. p- 505.), wo ein Auszug De Hirudinibus e Galeno und de Hirudinibus zu Menemacho steht). — CaeliusAurelianus empfiehlt sie an verschiedenen Stellen seines Werkes, De morb. acut, et chron. ed. Almelor. Lib. III. (. 3,Morb. chron. 1. c. 13.,- Lib- III. 2. 4.; Lib. V. c. 1. — Antyllus gebrauchte die Egel oft (Johnson p. 4.) — Oriba-sius empfiehlt Egel bei Augenkrankheiten auf der Seile der Stirn, wo sich das leidende Auge belindet. — Aetius lobtsie bei allen LeberaJfectionen. — P. Aegineta läfs sie bei Kopfweh, wenn es als Begleiter vom Fieber auftrat, auf demgeschornen Kopf appliciren (Lib. V. c. 37.). Die arabischen Aerzte gebrauchten gleichfalls Blutegel, so erzählt Rhasesvon mehreren damit verrichteten glücklichen Curen. Arnoldus de Villanova räth. an, sie auf Bifswundeu. von. wii-