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Clupea Harengus.
Insekten ( common trout-fly , Low), auch sollen sie ihre eigene Brut verzehren (*) (Pennant).Er ist sehr weichlich und stirbt, aus dem Wasser gezogen, sogleich, nach Pennant, wegen ilerSchlaffheit der Kiemendeckel, die so leicht offen stehen bleiben. — Ihre Feinde sind Finnfische (') Del-phine, Robben, Haien u. s. f., auch eine Menge Vögel, besonders Schwimmvögel. Eingeweidewürmerhat man ebenfalls in ihnen gefunden (**). Ihren Laich liebt die Lachsforelle und der Schnepel.
Der Heringsfang ist seit beinahe 700 Jahren geübt ("*), und wurde schon im Jahre 1579so bedeutend, dafs die Deutschen allein 10 Millionen jährlich dadurch gewannen, und im Jahre 1667mehr als 800,000 Leute aus Holland und Westfriesland mit Heringsfischerei beschäftigt waren! Mansagt scherzweise, Amsterdam sei auf Heringsgrälen gebaut. Eine holländische Flotte von 1200 Buy-sen (Fahrzeugen) bringt jährlich an 432 Millionen Heringe heim, und im Ganzen, kann man anneh-men, werden jetzt 1000 Millionen jährlich gefangen. Wie leicht der Fang sei, geht schon daraus her-vor, dafs man sie oft, ihrer unglaublichen Menge wegen, geradezu schöpfen kann. Die dazu gebrauch-ten Netze müssen nur nicht zu engmaschig sein, damit man die Jungen nicht mit weglangt. Am be-sten fängt man sie des Nachts, wenn die Schiffe mit Laternen behängt sind. — Man verwahrt dieHeringe auf zweierlei Art, nämlich durch das welfse und das rot/ie Einsalzen (f). Die erstere Me-thode erfordert, dafs man den Darm sorgfältig von Milch und Rogen trennt und wegwirft, dafs manden Fisch dann mit Wasser auswäscht und 12 —16 Stunden in starke Salzlauge legt. Nachdem sienun herausgenommen und wohl abgetrocknet sind, werden sie von den Einsalzern verpackt, indemeine Lage Salz über den Boden des Gefäfses gestreut, dann eine Reihe Heringe darüber gelegt wird,dann wieder Salz und abermals Heringe, bis das Gefäfs voll ist, welches oben noch eine breite SchichtSalz erhält und dann dicht verschlossen wird, damit die Luft nicht Zugang habe und keine Salzlakeausfliefse. Beim Rothsalzen läfst man sie 24 Stunden in Salzlake, reiht sie dann an hölzerneSpiefse und trocknet sie in Caminen über Feuer (Bücklinge, von Backen?). Dafs die eigene Berei-tungsweise der Deutschen den Vorzug verdiene vor der der Engländer und Schollländer, bekennenselbst die Britten (ff).
(') Brandt und Ratzeburg Arznthiere B. I. S. 129.
(*) Neucrantz (<7. a. O. p. 2S.) fand in einem einzigen oft mehr als 60 squillae gibbac, und Sah nach der Begat-tung den Darm oft halb angefüllt mit ihren eigenen Eiern und denen anderer Fische.
(**) Rudolph! (Entoz. Sjn.) fand Filaria capsularia innerhalb der äufseren Haut der Eingeweide, besonders derLeber (.p. 6.) und Disioma ochreatum in den Eingewcidcn (p. 107.), beide zu Greifswalde. — Im Magen sollen sich imSommer und gegen den Herbst -viele kleine, rothe Würmer finden (Ree-Aal Poruoppidari ), welche dem Hering Auszeh-rung verursachen sollen.
(***) Im Jahre 1164 fingen die Deutschen diesen Fang an und blieben im ungestörten Besitz desselben bis zum Jahre1295, wo Eduard I , König von England, mit den Holländern, Seeländern und Friel'sländern einen Vergleich wegen desFange3 schlofs (J. Seldeni mare clauswm Lond. 1636. 8. p. 395.). Allein selbst Britten (Pennant, Brewster) geste-hen, dafs der Deutschen Flcils und Geschicklichkeit sich nicht die Oberhand hätte nehmen lassen. Ueber die Entwicke-lung und Unterstützung des Heringfanges in England s. Brewster a. a. O. p. 360,, und über die Einrichtung der zumFange bestimmten Schilfe ibid. p. 351 , auch Duhamel a. a. O. p. 348.
(f) Die Ehre der wichtigen Erfindung, die Heringe einzusalzen, welche W. Beukel aus Flandern im J. 1390 machte,und dessen Andenken Carl V. so ehrte, dafs er «ein Grab besuchte, will Brewster (p. 362.) den Deutschen entreifsen,indem er sagt, die Bewohner Ton Yarmouth und Norfolk hätten diese Methode schon früher gekannt und schon 1306 —1360 einträglichen Handel damit getrieben. Früher machte man nur Bücklinge.
(ff) Bei den Engländern bekommen sie nach der Zeit des Fanges und der Behandlungsweise eigene Namen, als Sea-slicks, Summers, crux, corvcd, shotten herrings (Brewster a. a. O. p. 362.).— Die schottischen Heringe sollen die gröfs-ten, aber auch härtesten seyn, so dafs sie doch nicht zu den schmackhaftesten gehören. Die an den norwegischen Küstenund die in der Ostsee gefangenen sind die magersten. Auch die in der Zuidersce gefaugenen sind unbedeutend, und wer-den nur als Bücklinge verbraucht. Unter allen haben die von den Holländern in der Nordsee gefangenen (sonst auch Flä-mische genannt, weil sich die Flamländer besonders dadurch auszeichneten), und eingesalzencn den meisten Werth. Es