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Theil 3 (1758) Worinnen die in der neuesten Londnischen Ausgabe dieses Werckes befindliche Verbesserungen und Zusätze Nebst dem Gärtner-Kalender enthalten sind
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Zu»

durch die Ansetzung der Frucht zu befördern; auchwü Sie Erde oben in den Töpfen und Kübel» auf-gelockert und etwas verfaulter Kuhmist darauf ge,leget werden , da man d.'nü die Erde aussen heruman den Kübeln und Topfen erböten kan, um eineHole zu machen,in welcher sich dasWasser aufhaltenkönne; doch soll man uicmalen frischen Mist auf dieTopfe legen , noch auch etwas davon in das Was-ser mischen , um es fett zu machen, wie nur gar zu-viel?, zum grösten Schaden ihrer Bäume zu tlninpflegen: denn dergleichen siarck vermischtes Wasser,verursachet, anstatt daß es den Bäumen Nahrunggeben soule, daß ihre Blatter ganz blasgelb werden;die Bäume seldsr aber blühen sodenn ge???« ausser ih-rer rechten Zei-, welches sie hernach schwächet, undvffters innerhalb zweyer oder dreyer Zahre verder-ben machet. Das" beste Wasser fu" diese Baumeist dasjenige, s) aus Flüssen oder Teichen genommenwird, in welchen es der Sonne und Lust völlig aus-gesetzet ist, so, daß wenn man kein anderes als Quell-wasser hat, solches allezeit, zwey oder drey Tag lan-ge vorher in die Sonne und ^ufl gesetzet wn -den soll,ehe man es brauchet.^ Auch ums man an diesenBäumen, wenn sie blühen, i)ie Blumen abnehmen,und nur au jedem Baum wenige zum Fruchttragenlassen, un) zwar nur an den stärksten Zweigen, undwo sie am besten stehen.

Pflanzt Myrtenreiser in ein Beet von leichter,fetterEr'c-./iind begiessetsie, haltet selbige auch im Schattenbis sie sich bewurzelt haben , ferner könnet ihr nunReifer von Storchenfchnäbeln, Geiskiee und vielenandern ausländischen, ständigen Pflanzen einsetzen;leset aber solche Reiser aus , welche kmie Hnunenhaben und doch kräftig sind, nicht aber solche, wel-che , weil sie zulange im Gewächshaus gestanden,schwach geworden ; und wartet sie so, wie in diesemWe- ck, unter jedem Artickel, gelehret worden.

Nun könnet ihr einige euerer Pflanzen, so im Ge-wächshaus gehalten werden, in grössere Töpfe ver-setzen, wobey zu beobachten, daß man alle abgestan-dene und schimmlichte Wurzeln , welche insgemeinzunächst an den Seiten der Töpfe wachsen,wegnehme;auch kan von dem Erdballen foviel alte Erde weg-genommen werden, als sich, ohne die Wurzel garzustarck zu entblosen,will thun lassen. Wcnn sie wie-der eingesetzet worden , soll man sie in eine l schat-tigen Ort stellenwo sie für strengen Winden ver-wahret werden können, bis sie sich wieder bewurzelthaben; nachgehends können sie dahin gebracht wer-den , wo sie den Sommer über bleiben sollen.

Nehmet Schossen von den verschiedenen Sortender Fackeldisteln, der Hauswwurz, des Euphorbium,der Ficoides, Cotiledons, und andern safftigen Pflan-zen, und leget selbige etwan Vierzehen Tage lang,im Glashaus, an einen schattigen Ort, damit ihrangeschnittener Theil, eke man sie einsetzet, verheilenmöge, sonst lauffen sie Gefahr zu verfaulen.

Rühret die Loh in denjenigen Mistbeeten um, soschon lange gemachet worden , und^ mischet etwasfrische daruuter, wodurch ihre Wärme verneuertwird, und hernach setzet die Pflanzen wieder darein;dieses aber muß bey gelindem warmen Wetter ge-schehen, wenn wenig Wind gehet, weil, wenn diePflanzen bey kaltemWetter an die freye Luft kommen,es ihnen schädlich seyn möqte.

Bey cuttern Wetter, könnt ihr eueren zartestenausländischen Pflanen freye Luft geben; doch wirdes auch gut seyn um den Mittag die Fenster desGlashauses im Schatten zu halten , wenn es sehrwarm ist, sonderlich wenn die Pflanzen nahe an den

II I. Theil.

US. z?

Fenstern stehen: denn in grossen Glachnnsern < wsdie Pflanzen Raum haben, ist es nicht uvchig sie zubeschatten , als wenn man sie in neue Töpfe versetzet,bis sie wieder neue Wurzeln gewouneu haben.

Versetzet diejenigen ausländischen Pflanzen 'st> ihrim Frühlmg aus dem Saamen gezogen habt, ingrössere Topj ^e, und diejenige von ihnen so recht zartsind, sollen in ein neneö Mistbeet eingegraben wer-den, um dadurch ihr Wachsthum zu besörtern ; diedauerhafteren aber, wollen nur bewahret seyn, bissie sich bewurzelt haben , bernach kan man sie dahinsetzen, wo sie den Sommer über bleiben sollen.

Nun könnet ihr die Wurzeln der cananscbenGlockenblume, und alle Boilenwurzeln, so vom Vor-gt-bm-g der guren Hosinung kommen, ausheben,als nämlich: die Blutblume, den asiicanischenSchwertel, den blauen Hyacinth mit knvluchterWurzel, die Lilien, die Feldzwiebel, die Meerzwie-bel, das persische Saubrod, und verschiedene an-»dere Sorten, deren Blatter ganzlich verwelckel sind;ancb wllen selbige um diese Zeit getheilt, und sogleichin Töpfe, die mit sriscber ^rde angefüllet sind, ein-gepfianzet und so gesetzet werden, daß sie bis mn eilfNhr die Msrgenlonne haben; bey recht trockenemWetter aber mus man sie denn und wenn begiessen rdock mus solches sparsam geschehen, bis sie neueBlatter getrieben haben : denn wenn die Wurzelnfast noch ruhen, macht sie zu viele Ncsse faulen

Dieses ist auch die rechte Zeit die Gucrnscy- undSelladonnalilicn (^mzrvUi!) zu versetzen, indemihre Blätter nun völlig venvelcket sind; auch sollman um diese Zeit frische Wurzeln aus der Frembdtkommen lassen : denn die, so nach dieser Zeit ausge-hoben werden, treiben selten so wohl. Diese Wur-zeln loll man in Töpfe pflanzen , so mit folgende?vermischter Erde angefüllet sind: man nimmt nam?lich ein Drittel frischer Erde von einer Weide oderWiese,einDrittelSe?sand,u. ein DrittelKalchschutt.Dieses mus wohl untereinander gemischet, und dieTöpfe auf dem Boden mit Steinen beleget werden,damit dasWaster einen freyen Weg zum Ablaustenbade; hernach füllet die Topfe mit der Erde an,undfetzet die Wurzeln darein, die Töpfe selbst aber stel-let ihr an einen Ort, wo sie die Morgensonne ha-ben können; so lange aber ihre Blatter noch nichtzum Vorschein kommen, gebet ihnen wenig oder keinWasser.

Euere Tuberosen, welche M) gepflanzet worden,fangen nun zu blühen an, du man sie denn in Töpfe»ersetzen kan mit der Vorsicht,daß man an den V ur-zeln soviel möglich die Erde zu erhalten suche, her-nach setzet man sie dahin wo sie blühen sollen, undbegiesset sie vffters; die man aber spater eingepflan-zet hat, damit sie auf die ersteren fol.aen, müssen, soviel möglich, frische Luft haben und öffters begossenwerden, dadurch werden sie starck und bringen meh-rere Blumen.

Die Ananas müssen nun offt begossen wer-de n , und bey Heissem Wetter, mus man ihnen vielLuft geben : denn hält man die Fenster gar zu-viel verschlossen, so werden ihre Blatter zum grö-sten Schaden der Pflanzen versenaet, und dieFrucht wird nicht so niedlich vom Geschmack ; giebtman ihnen aber zuviel Wassers, und laßt man dieFenster den Tag über offen, wie einige aus Unver»stand gethan haben , so leiden die Pflanzen eben so-viel denn, sollen sie wohl anschlagen, so mus manin Ansehung der Luft und des Wassers, so man ih-nen giebt, eine genaue Proportion beobachten»

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