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habe ick) wahrgenommen, daß an dem untern Theilder Schossen noch so ziemlich viel Feigen gewachsen,da wohl, wenn die Schossen nia ts gelitten härten,Zar keine Früchte daran gewachsen seyn würden!denn die Früchte wachsen vornehmlich an den vieroder fünf obersten Knoten der Schossen; eben des?wegen aber soll man so viel von den kurzen Seiten-schonen, als nur immer möglich, zu erhalten suchen,indem sie die meisten Früchte bringen: denn wennwan die langen geraden Schossen anbindet, soWerden selbige nur alleine an ihren Enden Früchtebringen, so, daß der ganze untere Theil der Bau-we, nackend dastel>en wird, wenn man nicht daraufWM, überall an den Bäumen junge Schossen zuehalten.
Diejenigen Baume, so man von den Mauernoder Spalieren losgemachet hat, soll man vor Endedes M^rtu , um angezeigter Ursache willen, nichtWieder an solche anbinden, und die an den Mauern°an man noch etwas langer liegen lassen. Wennwan aber die grossen Zweige von diesen vestmachet,und die kleinen Seitenschossen hinter solche gekrachtwerden, damit sie dichte an die Mauer kommen,"icnt solches den jungen Feigen zut VerwahrungLegen die Morgenfröste. Hat man aber von diesenLichts mehr zu fürchten, kan man sie wieder vorwärtsbrisen, und ihnen ihre natürliche Lage lassen DenSommer über haben diese Bäume keine Beschnei-^ung nothig, hingegen reisten die Winde offtersie Zweige los, wenn aber dieses geschiehet, sollWan sie gleich wieder vestmachen, damit sie nicht ab-gebrochen werden: denn weil die Blatter dieser^aume sehr groS und steif sind : so hat der WindUt ihnen viel Gewalt, daher denn die Zweige, wennw nicht wohl verwahret sind, offters abgerissenwerden.
Diejenigen Bäume, so an Spaliern stehen, kön-nen im Frühling gegen den Frost durch Rohrwän-de, womit man das Spalier an beeden Seiten be-setzet , verwahret werden, welche man bey Tag alle-zeit hinwegnehtnen, und des Nachts wieder hinse-in kan; bey warmen Wetter aber ist solches nichtNöthig, sondern nur wenn kalte Winde wehen, und^Morgenfröste giebt. Ob nun aber gleich diese^Lart einige Mühe und Kosten verursachet, so wirddoch beedes, durch die vielen Feigen, welche manauf diese Weise erhall, wieder bezahlet. Die beste<lrt diese Wände zu machen, bestehet darinnen, daßwan das Rohr mit Seilersgarn so zusammen sticht,daß man solches gleich einerMatte zusamen rollen kan,w,daß man sie leicht umhängen und wieder wegnel^wen könne, und wenn man diese Rohr-oder Schilf-matten sorgfaltig zusammen rollt, da man ihrer zumgebrauch nicht mehr benöthiget ist, und in eine tro-Eene Schoppe leget, dauern sie etliche Jahre.
. Seit kurzem haben einige die Feigenbaume in das>reye Feld gepflanzet, welche sehr wohl angeschla-A'!' dazu aber haben etliche alte in verschiedenenharten freystehende Feigenbäume Gelegenheit gege-ben, welche etliche Jahre wohl gewachsen, und ins-Lemein vielmehr Feigen getragen haben, als diejeni-gen Baume, so an Mauern gestanden. Nun sind»war diese freystehende Bäume, der Gefahr, daß ih-^e Zweige von dem Frost Schaden leiden mögten,^elmchr ausgesetzet ; bey gelindem Wetter aberyu» sie Mezeit besser, als die an den Mauern; wenn'an al ,) diese Baume in sehr strengen Wintern be-swkan, werden sie allezeit viele Früchte bringen;vi?l ^ verwahret werden, wenn man so
" ihrer Zweige, als man zusammen bringen kan,
üuf einen Bündel bindet > und mit Heu, Stroh,Erbsstroh oder etwas anderm dergleichen, das leichtzu haben ist, umwindet, so man im Fnihlin., nachund nach wieder hinwegnehmen kan, damit die Echos?sen nicht auf einmal an die freye Lufft kommen, legtman auch etwas von einer solchen leichten Bedeck-ung um die Stämme, und oben auf die Erde umdie Wurzeln herum , so sind sie um so viel mehr fürder Kalte verwahret; wenn man aber solches thut,so bat man auch sorgfaltigst dahin zu sehen , daß indergleichen Bedeckung keine Mäuse oder Razen ni-sten : denn diese würden von den Schossen die Rin-de abfressen und sie verderben machen; auch habe ichoffters beobachtet, daß die an den Mauern stehendeBaume, vieles von derglei den Geschmeis gelitten >indem sie vie^e der zu nächst am ^oden liegendesAeste» ihrer Rinde beraubt haben > wovon sie völligverdorben sind. Dieser Schade aber wiederfahretihnen von solchem im Winter, weswegen man siedenn zu dieses Jahrszeit auf das sorgfaltigste in Achtnehmen soll.
Die gemeinen weisseN Und blauen Feigen,welchesdiejenigen Sorten sind, die man am meisten in En-gland gezogen hat, taugen nicht so wohl dazu, daßman sie in das freye Fe!d setze , wie einige andere,welche seit kurzem bey uns eingeführet worden: dem,sie sind viel zarter, und sterben offters bis an dieWurzel ab, da hingegen einige andere Sorten, wel-che in eben einer solchen i'age gewachsen,wenig Scha-den von der Kälte gelitten haben Die weisse Sor-te tragt in der That sehr sta> ck, und ihre Fru^t istrecht süß, diejenigen aber, welche Feigen zu essen ge-wohnet sind, achten sie nicht gar fthr, weil j!" derGeschmack mangelt. Die Sorten/wel^e. nach mei-ner Erfahrung, am besten bey mir angeschlagen, sinddie neunte, eilfte,dreyzehende, sechzehende und acht-zehende» Ihre Zweige leiden im Winter selten vondem Frost Schaden, und ihre Frucht wird allezeitwohl reif: denn bey guter Witterung sind an ver-schiedenen dieser Sorten die spaten Feigen sehr wohlzeitig geworden ; auch sind sie im freyen Feld wohlangeschlagen, obgleich die Witterung, nachdem sieeingepflanzet worden, für diese Früchte gar nichtgünstig gewesen. Ich habe auch verschiedene dieserSorten von Feigenbäumen , in einer nordöstlichenund nordwestlichen Lage eingepflanzet. Einige vonden erstgepflanzten, haben eine ziemliche Mengewohlgeschmacker Früchte getragen , wodurch ichbewogen worden, in gleicher Lage mehrere solcherBäume zu pflanzen, und auch die Menge der frey-stehenden Bäume zu vermehren«
Nach dieser starcken Veränderung diesesArrickels folgr nunmehr, rvas in unserer Über-setzung S. ?2i. Col 2 l. 4. von unren siedet:Ich sehe schon zum voraus:e. bis S ? 2. Cc-l. <«!. 8. von unren, rvo nacb den Vvorken: bekanntsind:c. folgende Aenderung ;u machen: ouSwelchen ich mit vielen Bäumen vers' iedener Sor-ten dur'h meinen hochznebrenden, Meisten Gön-ner, Jl^o Excellenz d«m Chevalier Racl'gcb, sei-ner Kays Ma,estät Minister zu Venedig, bin v->'''chc .,worden , welcher die Gütigkeit gebadt, mi»°. ausallen verschiedenen Theilen Imlicns, so^vielerleySorten dieser Bäume, als nur immer möglich ge-wesen , zu verschaffen, wovon bereits viele eine gros-se Menge von Früchten getragen. welche die altenSorten, so ehedem in Engeland gezogen worden,an Geschmack gar sehr übenroffen.
S. Z22.C. l.7. istderAbsaz: Die Feigenbaumme tt. ausgelassen ; der folgende AbjaZ adr c L
Dd » Bis