ZUM HUNDERTJÄHR. JUBILÄUM DES VAKUUM-APPARATES 401
er eintrat, und ob er seine Tätigkeit als Mitbesitzer, oder zu-nächst nur als Techniker begann; sie scheint längere Zeit an-gedauert, und ihn über die großen Mängel der damals nochäußerst unvollkommenen Fabrikationsmethoden 1 auf das Ge-naueste aufgeklärt zu haben. Howard besaß die Kenntnisse,aber auch die Energie, um daraufhin in grundlegender Weiseeinzugreifen, mit allen Überlieferungen der Vergangenheit zubrechen, und in gänzlich neue Bahnen einzulenken. Vorgerade hundert Jahren, 1812, waren seine Gedanken zurReife gediehen, seine Erfahrungen genügend gefestigt, und soreichte er denn am 31. Oktober 1812 und am 20. November1813 die beiden Patente ein, die bestimmt waren, der Zucker-Raffination und -Fabrikation völlig unbetretene Wege zu er-schließen.
Folgendes sind die leitenden Ideen der HowardschenPatente: 2
1. Es ist verkehrt, die ganze im Rohzucker enthalteneMelasse mit durch die Fabrikation zu schleppen; richtiger wirdman den Rohzucker mit Wasser oder mit einem passendenSirup (der ebenfalls immer noch mehr Nichtzucker 3 als Zuckerlöst) zu einem dicken, mörtelartigen Brei einmaischen, und ausdiesem den flüssigen Anteil abziehen lassen, wodurch maneinen vorgereinigten, vom meisten Nichtzucker bereits befreitenEinwurf erhält.
2. Aus der Lösung dieses Einwurfes kann noch ein Teildes Nichtzuckers durch Chemikalien gefällt werden, als welchesich besonders Alaun oder Tonerdehydrat (aus Alaun durchAlkali gewonnen) bewährt haben.
3. Den in der Lösung suspendierten Nichtzucker soll man
1 s. meine „Geschichte des Zuckers" (Leipzig 1890), S. 352. 2 Wood-croft, „Abridgements of specifications relating to sugar (London 1871, S. 17ff.);kurze Übersicht in der „Geschichte des Zuckers", S. 367ff; ausführliche Über-setzung in Webers „Zeitblatt für Gewerbetreibende" (Berlin 1828, Bd. 1,S. 129 ff.). 3 Der Kürze wegen sind die modernen Fachausdrücke
gebraucht.
v. Lippmann, Abhandl. u. Vortr. II. 26