ZUR GESCHICHTE DES NAMENS „GAS". //.
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Die übliche Behauptung, daß erst Macquer 1778 in der2. Auflage seines (zuerst 1766 erschienenen) ,,Dictionnaire deChymie" 1 das Wort „Gas" der „fast völligen Vergessenheit"entrissen habe, 2 ist also nach obigem nicht zutreffend, undwird auch durch Macquers eigene Äußerung widerlegt, dergemäß zahlreiche Substanzen „derart, daß er sich ihnen nichtmehr entziehen läßt, im Besitz dieses Namens sind", den „an-zunehmen" er sich daraufhin ebenfalls entschließt. 3 Auchnach Fourcroy 4 hat Macquer diese zuerst von Helmontaufgebrachte Bezeichnung „adoptiert", jedoch schrieb er dannnicht mehr „Gas", sondern „so wie ihm folgend auch wir(d. h. Fourcroy) diess thun", „Gaz", damit sich „das Wortvon anderen ähnlich klingenden unterscheide"; indessen wirddiese Veränderung der Orthographie auch damit begründet, 5daß sie einer unrichtigen Aussprache (wie bei cas, bras, . . .)vorbeugen sollte, und zugleich einer wissenschaftlichen Ge-wohnheit Genüge tat, der gemäß man zu jener Zeit immernoch analyze, baze, doze, grez, 6 precipitez, u. dgl. zuschreiben pflegte. Wie Mac quer anführt, ist Gas eine Name,zuerteilt von den Chemikern allen jenen flüchtigen, unsicht-baren, nur in besonders eingerichteten Gefäßen aufzufangenden,luftartigen, elastischen, nicht coerziblen Teilchen, die beivielerlei Verbrennungen, Gärungen und Fäulnissen, beim Er-wärmen mineralischer Wässer, usf., entstehen und entweichen; 7diesen allen habe er die Helmontsche Bezeichnung „Gas"beigelegt, ein barbarisches und an sich bedeutungsloses Wort,
1 In der Übersetzung Leonhardis (Leipzig 1788ff.) nimmt der ArtikelGas im Bd. II, S. 626 bis 853, und im Bd. III, S. 1 bis 211 ein; Macquerverfaßte ihn 1776,1778 (s. ebd., Bd. II, S. 743 u. 812). - Speter, a. a. O.3 Speter, a. a. O. 4 „Enc. meth.", S. 345; auch Fourcroy glaubt,
Helmont habe Gas vom niederländischen Ghoast abgeleitet, das englischGhost heiße, und deutsch Geist, spr. Gaistre (!). 5 Meiner Erinnerung
nach von Chevreul, doch kann ich die Stelle augenblicklich nicht angeben.
6 Gres = Sandstein, Steingut; alle diese Worte finden sich, mit z statt s ge-schrieben, z. B. im „Cours de Chymie" des Lemery, Ausgabe von 1697.
7 Macquer, Bd. II, S. 627.