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ZUR GESCHICHTE DES NAMENS „GAS". II.
oft zu einer Gleichsetzung führen —, vielmehr ist und bleibtes jederzeit (z. B. auch wenn es durch Verbrennung von Kohleentsteht und giftig ist) „seiner Materie nach Wasser", indas es aber trotzdem nicht ohne weiteres wieder übergehenkann; es entsteht aus dem Wasserdunst vermöge der weit-gehendsten Verdünnung durch die äußerste Kälte, — wiesich mit dieser Bedingung die Bildung bei Verbrennungs-vorgängen verträgt, bleibt unaufgeklärt —, ist aber dabeidoch vielmals dichter als Luft, so daß auch der Rauch unddie Flamme, ja selbst ein trockenes Sublimat, „Gas" seinkann; die absurde Behauptung, daß die dichten und schwerenGase aufwärts steigen, die leichten Blase aber abwärts ziehen,wird, um sie glaublich zu machen, zum „Naturgesetze" ge-stempelt; als charakteristisches Wesen der Gaswerdung er-scheint eine „Herauskehrung" des Schwefels (unter dem dieAlchimisten und auch Paracelsus das trockene, flüchtige,brennbare Prinzip der Körper verstanden) und daraufhin wird„Gas" auch als eine trockene und ölige Ausdünstung definiert,als eine Iniw. dva&v/jiiaaig, welcher Name unmittelbar aufseinen Urheber Aristoteles und auf die aristotelische Ur-quelle der ganzen Anschauungsweise hindeutet. 1
Aus Letzterer, der Helmont im wesentlichen stets an-hängt, obwohl er sie im einzelnen oft (jedoch keineswegs kon-sequent) bestreitet, ergibt sich auch klar, daß nicht das demWasser zugehörige „geistige Wesen", der „eigentliche subtileWassergeist", d. i. der Dunst, der als Wolke aufschwebt undals Regen niederfällt, dem Gase seinen Namen gegeben habenkann, denn nach der Lehre der Aristoteliker kommt das Prin-zip des Wassers nicht dem Schwefel zu, sondern dem Queck-silber, weshalb denn auch Helmont das „geistige Wesen"
1 S. meine Abhandlung „Chemisches und Alchemisches aus Aristo-teles" („Archiv für Geschichte der Naturwissenschaften", Leipzig 1910;Bd. II, S. 284, woselbst die Gegensätze der „feuchten dampfartigen" und der„trockenen rauchartigen" Dünste erörtert werden).