334 ZUR GESCHICHTE DER POTTASCHE UND IHRES NAMENS. II
Tonnen gefüllt (1 Faß enthielt 1 Schiffspfund = etwa 150 kg,und 12 Faß machten eine Last aus), weshalb auch Thorner„Maß und Band" für alle Aschenfässer in ganz Preußen gültigwar. 1 Zugleich wurde die Qualität der Ware geprüft und durcheinen Stempel beglaubigt, was man „Braken" oder „Wraken"nannte. 2 „Wrak" ist, wie Bohn angibt, 3 und wie mir HerrJ. J. Reesse bestätigt, ein Wort niederländischen Ursprunges,und bezeichnet speziell im uralten holländischen Heringshandeleine Ware von minderer Beschaffenheit, auch ein untauglichesoder verdorbenes Gut, im Gegensatze zu „Puik" (d. i. vor-züglich, trefflich; erhalten im deutschen „pikfein"); Heringegeringerer Qualität hießen daher „Wrak", und ganz schlechte,sogenannte Stankheringe, „Wrak-Wrak". 4 In Danzig war einstädtisches Untersuchungsamt, eine sogenannte „Warenbrake",1378 schon vorhanden, und es ist von Holz als Brak und Brak-Brak, sowie von einer Bragebank oder Brakbank zum Stürzenalter Schiffe (Wraks), die Rede; 5 eines eigenen Aschenbrakerswird 1428, eines besonderen Aschenspeichers und Aschenpackers1442, als etwas sichtlich nicht mehr neuen, Erwähnung getan. 6— In Lithauen, dessen Haupterzeugnis Holz war, wurdedie Asche in den Wäldern unter Aufsicht von Bürgern ausDanzig und Kauen (Kowno) bereitet, und ging dann, anfangslose, später zum Teil wohl auch in Fässern, nach Preußen,wo bereits 1406 das Umpacken und Trocknen in Kneiphof, einemStadtteil des heutigen Königsberg, gebräuchlich ist; 7 1450klagt ein Schriftstück des Danziger Rates über die Störungensolchen alten Handels, und spricht bei diesem Anlasse von„ledigen Vassen", „fassen bindigen", „Tunna Asche" und„Vas Wrak-Wrak". 8 Riga, Pernau, und andere baltischeStädte sandten 1430 nach Danzig sogenannte „Hornasche",
1 Hirsch, a.a.O., S.216ff.; 275ff.; 255. 2 ebd., S. 178. 3 „Neu-
eröffnetes Waarenlager", Hamburg 1743; 2. Aufl. 1763; S. 378. 4 Die
Stempel hierfür s. bei Bohn, S. 379. 5 Hirsch, S. 215 ff.; 212. 6 ebd.,
S. 216ff. 7 ebd., S. 216ff.; 161, 165. 9 ebd., S. 281.