Druckschrift 
2 (1913)
Entstehung
Seite
331
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Nach einem Hinweise, den ich dem gründlichen Kenner derholländischen Handelsgeschichte, Herrn J. J. Reesse in Amster-dam verdanke, ist Torfasche zu solchem Zwecke unbrauchbar,und da eigene Holzasche den waldarmen Niederlanden stetsnur in sehr beschränktem Maße zu Gebote stand, machte sichrasch (wohl schon im 11., sicher im 12. Jahrhunderte) die Not-wendigkeit geltend, solche von auswärts zu beziehen.

In erster Linie kam hierbei, neben dem menschenarmenund daher nur sehr wenig leistungsfähigen Dänemark undSüdschweden, das reicher bevölkerte und wohlhabendereDeutschland in Betracht, vor allem Hamburg, das, wieKiesselbach angibt, bald nach 1200 schon etwa 10000 Ein-wohner besaß und ein wichtiger Durchfuhr- und Stapelplatzwar. 1 In dieser Zeit ging Holzasche,die in Flandern in großerMenge von den Tuchmachern zum Reinigen der Wolle ver-braucht wurde", schon als regelmäßiges Frachtgut von Ham-burg nach Brügge, und zwar entweder unmittelbar zur See,oder über Utrecht, wo manKrangeld" für das Heben überden Damm bezahlte. 2 Gehoben wurden jedenfalls die Fässer,die in Hamburg und Lübeck, wie im 14., so auch schon im13. Jahrhundert ein Gegenstand der Massenerzeugung waren:Fässer",Pipen", undTonnen" dienten u. a. zur Verpackungvon Fleisch, Öl, und Honig, namentlich aber von Heringen,an deren damals wichtigstem Fangorte, Schonen, sie nachKiesselbach und Schäfer weder hergestellt, noch auchnur ausgebessert werden durften. 3 In der Tat weist die Ham-burger Zollrolle von 1250 neben derTunna" Fett und Tran,und demVas picis",Vas unguenti" (Faß Pech, Faß Un-schlitt), auch zweimal einVas cinerum" (Faß Asche) auf,das in Hamburg selbst gekauft war, und 4 Pfennige Zoll be-

1 Kies Selbach,Die wirtschaftlichen Grundlagen der DeutschenHanse", Berlin 1907. 2 ebd., S. 109, 134, 138. 3 ebd., S. 52, 165, 210ff.;225ff.; Schäfer,Die Hansestädte und König Waldemar von Dänemark",Jena 1879, S. 257.

ZUR GESCHICHTE DER POTTASCHE UND IHRES NAMENS. II. 331