274
CHEMISCHES BEI MARCO POLO
Gold aufgewogen wird. 1 Man verwendet ihn in der Medizinund zum Konservieren der Leichen Vornehmer, 2 ferner be-nutzen ihn die Händler, um die ausgestopften Bälge kleinerÄffchen haltbar zu machen, die sie, in Kistchen verpackt, alsangebliche „Indische Pygmäen" für schweres Geld nach allerWelt verkaufen, 3 und endlich setzt man ihn dem Betel zu.Betel (persisch) oder Tembul (sanskrit) ist nämlich eine ausden Bestandteilen gewisser Pflanzen (des Fruchteiweißes derAreca-Palmnuß und der Blätter des Betelpfeffers) nebst etwasKampfer, Spezereien und Kalk bestehende Masse, die alleIndier beständig zu kauen pflegen, teils ihrer heilenden unddie Zähne erhaltenden Kraft wegen, teils nur aus Gewohnheit;jemand mit gekautem Betel zu bespucken, ist eine der denk-bar schwersten Beleidigungen, die nur durch Zweikampf nachgewissen festgesetzten Regeln gesühnt werden kann. 4
Pflanzen, die dem Safran sehr ähnlich, aber nicht mitihm identisch sind, tragen die Ebenen von Koncha (ProvinzFukien in Südchina) 5 und die von Fuju; 6 benutzt wird dieFrucht, die sehr hoch im Preise steht. — Nach Bretschneiderdürfte die von Polo erwähnte Pflanze Saflor, Carthamustinctorius, sein. 7
Die alleinige Heimat des echten chinesischen Rhabarbersist Succiur (Su-Tscheu, an den Ausläufern des Altai); mansammelt ihn dort in unendlicher Fülle und führt ihn in diefernsten Länder aus. 8 Purgiermittel anderer Art bringt Indienhervor; z. B. Malabar das Turbit (Turpethum, aus Convol-vulus indicus), 9 und Guzzerat die Tamarinde (persischTamar-i-Hindi = Frucht aus Indien). Diese geben die in-dischen Seeräuber den gefangenen Kaufleuten ein, die imVerdachte stehen, Edelsteine oder Perlen verschluckt zu haben. 10
Herrlichstes schwarzes Ebenholz liefern die Wälder
1 443, 444; dies ist der echte sogen. Borneokampfer. 2 151. 3 439.
4 468, 473, 474. 6 403. 6 Yule II, 225. 7 ebd. 3 159, 377.
9 Pauthier 177; s. Yule II, 391. 10 Pauthier 178; Yule II, 394.