DIE „ENTSALZUNG DES MEERWASSERS"BEI ARISTOTELES 1
ich in meiner ausführlichen Abhandlung „ChemischesMM und Alchemisches aus Aristoteles" 2 des Näheren dar-MxjjhfitM. legte, erwähnt Aristoteles in seiner „Meteorologie",daß die beim Erhitzen oder Verkochen des Meerwassers ent-weichenden Dämpfe, sobald sie sich niederschlagen, nicht wiederMeerwasser ergeben, sondern süßes, wie das der Geschmackder sich anhängenden verdichteten Tropfen zeige; zur Be-stätigung der Behauptung, daß das Meerwasser solches süßesWasser in sich enthalte, führt er noch einen besonderen „Be-weis durch den Versuch" an: 3 Versenke man nämlich einwächsernes Gefäß, dessen Hals wasserdicht verschlossen sei,in das Meer, so enthalte es nach 24 Stunden eine gewisseMenge Wasser, das durch die wächsernen Wände hineinfiltriere,und dieses Wasser befinde man trinkbar, weil die erdigen undsalzigen Bestandteile aus ihm „abgesiebt" wurden.
Die angeführte Stelle aus der „Meteorologie" hat denHerausgebern und den Kommentatoren philologischer undphysikalischer Richtung seit jeher große Schwierigkeiten be-reitet, und bis in die neueste Zeit hinein blieb man auf diemannigfaltigste Weise bemüht, sie bei Aristoteles (oder den
1 „Chemiker-Zeitung" 1911, S. 629. ! „Archiv für die Geschichteder Naturwissenschaften", Leipzig 1910, Bd. 2, 233—300. 3 ebd., S. 257ff.