Zweite Abteilung
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CHEMISCHES UND PHYSIKALISCHES AUS PLATON 1
I. Einleitung.
ie für die Geschichte der Philosophie, so bildet Piatonauch für die der Naturwissenschaft einen unvergäng-lichen Markstein, und zwar nicht nur seiner innerenBedeutung, sondern auch seiner äußeren Stellung nach: jen-seits der Grenze liegt das Trümmerfeld der Fragmente, ausdenen nur mühsam und mit oft zweifelhaftem Erfolge, an derHand lückenhafter und nicht selten mißverständlicher Zitateoder Berichte, die Lehrgebäude der großen und tiefsinnigen„Vor-Sokratiker" rekonstruiert werden können; im diesseitigenGebiete aber erheben sich, wohlerhalten und in Fülle, reicheDenkmale, deren Anblick den Geist ihrer Schöpfer noch un-mittelbar zu uns sprechen läßt, so daß erst mit ihnen die wahr-haft urkundliche Geschichte der Forschung beginnt.
Sämtliche Werke, die Piaton hinterließ, als er achtzig-jährig 347 v. Chr. starb, hat uns ein günstiges Geschick un-zerstört bewahrt, und niemals waltete in der Meinung allerZeiten daran ein Zweifel, daß sie als unverlierbares Gut zudem Besten und Höchsten zählen, was das Griechentum, jawas die Menschheit hervorgebracht hat. Betreffs der Zu-verlässigkeit der Überlieferung gingen und gehen jedoch die
1 „Journal für praktische Chemie" 1907, S. 513; Herrn Qeheimrat Prof.Dr. Ernst von Meyer zur Feier des 60. Geburtstages dargebracht.