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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

und schön trocken ist, bei den übrigen die Verwandlung in eine schöneFarbe. Wenn sie bis ins Innere die Farbe von Blut und Röthel hat,muss man sie abnehmen, die überstehende Unreinigkeit abblasen und dannaufbewahren. Geröstet wird sie auf Kohlen, die mit dem Blasebalg zurGluth gebracht werden, bis sie gelb geworden ist, oder sie wird im Tiegelmittelst glühender Kohlen tüchtig erhitzt, bis sie glüht und die Farbeverändert hat.

Was ist Chalkitis? Theophrast kennt sie nicht. Plinius XXXIV 2 schreibt:Man bereitet auch das Kupfer (aes) aus einem anderen Steine (vorher hat er vonder Gewinnung aus Cadmia, Galmei, gesprochen), welchen man auf Kypern, wo dieKupferbereitung erfunden wurde, Chalcitis nennt"; und XXXIV 117:Chalcitisnennt man einen Stein, aus welchem gleichfalls Kupfer geschmolzen wird. Er unter-scheidet sich von Cadmia dadurch, dass er über der Erde aus zu Tage stehendemGestein ausgehauen wird, der Galmei dagegen aus unterirdischem, ferner dadurch,dass die Chalcitis gleich zerbröckelt, von Natur weich ist und gleichsam wie com-pacte Wolle aussieht. Es ist aber noch ein anderer Unterschied, nämlich der, dassChalcitis drei Arten in sich begreift, und zwar Kupfer (Messing) (aes), Misy undSory. Man schätzt die Chalcitis besonders, wenn sie honiggelb, zierlich geädert undleicht zerreiblich ist. Wenn sie 40 Tage in Essig macerirt wird, so erhält sie einesafrangelbe Farbe." Lenz glaubt daher, die Chalcitis des Plinius für Galmei haltenzu sollen, wiewohl die beiden Substanzen hinreichend von einander unterschiedenwerden. Die Angaben deuten vielmehr auf ein Kupfereisenerz. Auch bei der Chal-kitis des D. liegt es nahe, sie auf das Kupfererz (FeS^SjCuj mit 84% Kupferund 30°/o Eisen, welches messinggelb und oft bunt angelaufen ist und auf Kohleunter Aufkochen schmilzt, zu beziehen. Dem widerspricht aber der ganze Brenn- undRöstprocess im obigen Cap. 116; der Ausdruck rcoXu-fpös, wasserreich, in Verbindungmit äito|xtpoXÜY<«Tov, aufhörend, Blasen zu werfen, kann nur auf eine Krystallverbin-dung bezogen werden und diese ist kupferhaltiger Eisenvitriol, FeS04-j-THjO, welcher natürlich durch Verwitterung von Eisenkiesen als Melanterit vor-kommt und ausser Kupfer mehr oder weniger Magnesium-Mangan-Aluminium-Zink-sulfat und Basisch-Eisenoxydsulfat enthält. Er gibt beim Erhitzen unter Aufblähensein Krystallwasser ab; das wasserfreie Salz wird beim Glühen in Eisenoxyd,Schwefelsäure- und Schwefligsäureanhydrid zerlegt.

Cap. 116 (117). Ilepi [ii aoo?. Misy. Zu verwenden ist daskyprische Misy, welches goldfarbig, hart und beim Zerhauen gold-glänzend und sternartig strahlend ist. Es hat dieselbe Kraft und wird aufdieselbe Weise gebrannt wie Chalkitis, ausser dass es nicht zum Krätz-mittel gebraucht wird und dass es sich in ein besseres und schlechteresunterscheidet. Das ägyptische zieht man vor, weil es sich zu allem Mög-lichen eignet, als Zusatz zu den Augenmitteln bleibt es hinter dem vor-genannten weit zurück.

Die Parallelstelle bei Plinius XXXIV 121 lautet:Es bildet sich aus einemGesteine mit gelber Ausblühung und geht von selbst in eine compacte und ge~sonderte Masse über. Die beste Sorte, die von Kypem, zeigt auf dem Bruche gold-farbige Punkte und beim Zerreiben eine sandige oder erdige, der Chalcitis ähnliche