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Y. Buch. Cap. 109.
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den Mitteln, welche leicht adstringiren und Geschwülste sowie Oedemeaufreissen. Auch reinigt es und bringt Geschwüre zurück.
In der ersten Art ist unschwer der Indigo zu erkennen, über dessen Her-kunft und Darstellung D. schlecht unterrichtet ist. Etwas klarer drückt sich PliniusXXXV 46 aus: Der Indigo kommt aus Indien, wo er als Schlamm an dem Schaumder Rohrstengel hängt, zerrieben sieht er schwarz aus, aufgelöst aber zeigt er einewundervolle Mischung aus Purpur und Blau. Eine andere Art desselben findet sichin den Purpurfärbereien, wo sie in den Kesseln obenauf schwimmt, es ist der Schaumdes Purpurs. Man verfälscht diese Farbe, indem man Taubenmist mit achtem Indigo,oder selinusische Erde mit Yitrum (Waid) färbt.
Zu Unrecht hält Sprengel die zweite Art für ein Mineral.
Der Indigo wird aus verschiedenen, zu den Papilionaceen gehörigen Pflanzen{Indigofera tinctoria Forsk., I. Anil. L., I. argentea L. u. a.). gewonnen. Er ist imSafte derselben nicht fertig gebildet vorhanden, sondern entsteht durch Zersetzungdes in denselben enthaltenen Glukosides, des Indican, indem die zur Blüthezeitgesammelten Pflanzen einer Gährung unterworfen werden.
Der normale Indigo enthält ausser dem Indigblau noch Indigbraun, Indig-roth und Indigleim; diese Substanzen können ihm durch geeignete Lösungsmittelentzogen werden. Er lässt sich auch künstlich darstellen, nach Curtius durchEinwirkenlassen von Monochloressigsäure auf Anilin und Schmelzen des Reactions-productes mit Aetzkali. Im Jahre 1880 stellte A. Baeyer das Indigblau ausZimmtsäure als Ausgangsmaterial her, 1894 der Chemiker Herrmann dasselbe ausAnthranilsäure, die Badische Anilin- und Sodafabrik benutzt als Grundmaterial dasNaphthalin.
Cap. 108. Ilspi «xp®?• Ochra. Man muss den Ocker nehmen,der sehr leicht, durch und durch gelb, gesättigt gefärbt und steinfrei ist,der sich leicht zerreiben lässt und aus Attika stammt. Auch dieser wirdgebrannt und gewaschen wie die Kadmeia. Er hat adstringirende, Fäulnissmachende Kraft, vertheilt Entzündungen und Geschwülste, hält Fleisch-wucherungen zurück, füllt mit Wachssalbe Cavernen aus und vertreibtGichtknoten.
Der Ocker, die Gelberde, ist ein Gemisch von Eisenoxydhydrat mit Thon.Plinius XXXV 35 sagt: „Aus dem in den Eisengruben befindlichen Röthel kommt dieOchra für die Malerei; beim Glühen erhält man eine rothe Farbe, je länger manglüht, desto rother wird sie" (durch die Verwandlung in Eisenoxyd).
Cap. 109. Ilspi xivvaßdtpstöc. Kinnabari. Vom Kinnabariglauben Einige, dass es dasselbe sei wie das sogen. Ammion 1 ), sie täu-schen sich. Denn das Ammion wird in Spanien aus einem gewissenMineral gemacht, welches dem Silbersande 2 ) beigemischt ist. Anderswokennt man es nicht. Im Schmelztiegel geht es in die blühendste undfeurigste Farbe über; in den Gruben gibt es einen erstickenden Hauchvon sich 3 ). Die Eingeborenen (Grubenleute) binden deshalb Blasen vordas Gesicht, so dass sie wohl sehen können, die (verderbliche) Luft abernicht einathmen. Die Maler gebrauchen es zur kostbaren Ausschmückung