IY. Buch. Cap. 112 (114).
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oder dem dreiblätterigen Lotos ähnlichen Blätter stehen, sie sind aberkleiner und haben in der Mitte einen hervorstehenden Rücken, beimReiben zwischen den Fingern entwickeln sie den Geruch von Rauke, imGeschmack sind sie grünen Erbsen ähnlich. Die Blätter haben kühlendeund sich bildende Oedeme vertheilende Kraft, wenn sie fein gestossenmit Brod umgeschlagen werden. Ihre Abkochung als Trank treibt denHarn. Einige pflanzen ihn neben die Bienenstöcke, um die Bienen an-zulocken.
Medicago arborea L. (Papilionaceae), Baumschneckenklee.
Theophrast (Hist. pl. IV 16, 5; De caus. Y 15, 4) sagt, dass der Kytisos imKampf ums Dasein fast alle Pflanzen in seiner Nähe tödtet, da er wegen seinesSalzgehaltes eine Menge Nahrung nöthig hat, er selbst wird aus demselben Grundevom Meldenstrauch unterdrückt.
Nach Plinius XIII 130 sqq. stammt er von der Insel Kythnos, einer der Ky-kladen, und kam von da nach Griechenland zum grossen Nutzen für die Käseberei-tung; Aristomachus rühmt ihn ausserordentlich als Viehfutter. Der Strauch wächstm Griechenland wild, kommt auch im südlichen Italien noch fort. Er erreicht eineHöhe bis 3 m und ist mit weichen, seidenartigen, weissen Haaren dicht besetzt.
Cap. 112(114). IIspl Acotoö culfoitzioo. Aegyptischer Lotos.Der Lotos, welcher in Aegypten in den vom Wasser überschwemmtenEbenen sich findet, hat eine der (ägyptischen) Bohne ähnlichen Stengelund eine weisse, der Lilie gleichende Blüthe, welche, wie man sagt, beimSonnenaufgang sich entfaltet, aber sich schliessen und den ganzen Kopfunter dem Wasser verbergen kann, bis die Sonne wieder aufgeht. DerKopf gleicht einem sehr grossen Mohnkopfe, darin befindet sich ein hirse-ähnlicher Same, welchen die Bewohner Aegyptens trocknen und zumBrodbacken verwenden. Er hat eine dem Quittenapfel ähnliche Wurzel,auch diese wird roh und gekocht gegessen. Gekocht entspricht sie inihren Eigenschaften dem Weissen vom Ei.
Nymphaea Lotus L. (Nymphaeaceae), Lotus rose, nur Aegypten eigen, derIsis und dem Osiris geweiht; nach Kosteletzky soll sie sich auch in einer warmenQuelle bei Gross-Wardein in Ungarn finden.
Theophrast (Hist. pl. IV 8, 9) beschreibt die Pflanze ausführlich. Der dickeWurzelstock wird mit einer Quitte verglichen.
Die fingerdicken Blätter und Blüthenstiele sind sehr biegsam, bis zu 1,5 cmlang, die glänzendgrünen, fast kreisrunden, tief herzförmig gespaltenen schwimmendenBlätter lassen auf der braunrothen Unterseite die verzweigte, netzförmige NervaturAuffallend hervortreten. Der vierblätterige Kelch schliesst 16—20 dichtgedrängte,glänzendweisse Kronenblätter ein. Die Frucht ist eine kugelige, vielfächerige Beerevon schmutzig-grüner Farbe. Schon Homer (Od. IX) erzählt von der wundersamenWirkung der Frucht beim Aufenthalt der Helden unter den Lotophagen. In derMythologie der Aegypter spielt die Pflanze eine grosse Rolle, ebenso in ihrem Arznei-schatze. Die Blätter und Blüthen werden heute von den Arabern gegen Gelbsuchtgebraucht, die Wurzeln, Blätter und Blüthenstiele werden gegessen, die Samen nochzuweilen zum Brodbacken verwandt.