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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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IY. Buch. Cap. 72.

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schmerzen, helfen auch einem erhitzten Magen; mit Salz fein gestossenals Kataplasma vertheilen sie Drüsen neben den Ohren. Auch der Saftder Pflanze mit Bleiweiss, Rosensalbe und Bleiglätte wirkt gut bei Roseund kriechenden Geschwüren, bei Aegilopie mit Brod. Mit Rosensalbeaufgestrichen ist er ein gutes Mittel für Kinder, die an Sonnenbrandleiden; er wird auch statt Wasser oder Ei den Kolljrien zum Einsalbengegen heftige Flüsse zugemischt. Eingetröpfelt heilt er auch Ohren-schmerz. In Wolle als Zäpfchen eingelegt stellt er den Fluss der Frauen.[Der Saft, mit dem gelben Mist der Haushühner verrührt und auf einemLappen aufgelegt ist ein unentbehrliches Mittel bei Aegilopie.]

') Gegen Skrofeln (strumae).

Solanum nigrum L. (Solanaceae) mit der Yar. Sol. flamm Kit., SchwarzerNachtschatten, dessen Beeren erst gelb, dann schwärzlichbraun werden; sieenthalten Solanin, ein in feinen, weissen, glänzenden, bitteren Nadeln krystalli-sirendes, schwach alkalisch reagirendes Alkaloid. Die Pflanze hat einen unange-nehmen Geruch, der zur Cultur gerade nicht auffordert, daher zieht Lenz das ausAsien stammende Solanum Melongena L., Eierpflanze, hierher, dessen Früchteessbar, weiss, gelb, violett oder purpurroth sind, aber entgegen der Beschreibungdes D. dick und oft gurkenartig gekrümmt.

Cap. 72. Iispi Stpo^voo aXixazäßoo. Strychnos Halika-kabos. Es gibt einen anderen Strychnos, den man eigentlich Halika-kabos 1 ) nennt, Einige nennen ihn Physalis 2 ) [Andere Dirkaion, Strychnosmanikos 3 ), Doryknion, Kallias, die Römer Bissicalis -), auch Apollinarisminor 4 ), Herba ulticana, Opsago, die Dakier Kykolis, die AfrikanerKakabus]; er hat denen des vorigen ähnliche, aber breitere Blätter. SeineStengel neigen sich nach vollendetem Wachsthum zur Erde; er hat inrunden blasenähnlichen Säckchen eine gelbe, runde, glatte Frucht wieWeintraubenbeeren. Die Kranzbinder gebrauchen ihn, um ihn in dieKränze zu flechten. Er hat dieselbe Kraft und findet dieselbe Verwen-dung wie der Gartenstrychnos, ohne die Essbarkeit. Die Frucht hat ge-trunken die Kraft, die Gelbsucht zu vertreiben, da sie harntreibend wirkt.Aus dem Kraute beider wird Saft bereitet und zur Aufbewahrung imSchatten getrocknet. Er hat dieselbe Wirkung.

*) Yon xäxaßos oder xaxäßfj, dreifüssiger Tigel, wegen des glockigen oderurnenförmigen Kelches. 2 ) (Vesicalis) Blasenpflanze. 3 ) Rasender Strychnos. 4 ) KleineApollopflanze.

Die älteren Botaniker, auch Sprengel und Kosteletzky, ziehen PhysalisAllcekengi L. (Solanaceae), Judenkirsche, hierher. Fr aas dagegen möchtePhysalis Alkekengi, weil sie nach Sibthorp in Griechenland nicht mehr gefundenist und weil die Stengel der Pflanze des D. zur Erde geneigt sein sollen, ganz ausder Flora des D. streichen und Ph. somnifera L., Schlafmachende Schlutte,dafür nehmen. Er stützt sich dabei auf Theophrast (Hist. pl. IX 11, 5), welcherzwei Arten Strychnos unterscheidet, von denen der eine Schlaf, der andere Wahn-sinn erzeuge, jener wachse an Felsklüften und Grabstätten, und dieses treffe bei