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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

Nach Fraas und Sprengel Hypecoumprocumbens L. (Papaveraoeae), Lappen-blume. Nach älteren Angaben enthält dasselbe einen gelben, unangenehmschmeckenden, narkotischen, dem Opium ähnlich wirkenden Saft, was Kosteletzkybestreitet; er zieht Chelidonium hybridum L., Glaucium violaceum Juss. hierher,welches die Eigenschaften des Mohns besitzen soll.

Cap. 69. Ilspi Tocr/od^oo. Bilsenkraut. Der Hyoskyamos 1 )[Einige nennen ihn Dioskyamos 2 ), Andere Pythonion 3 ), Adamanta, Ada-menon, Hypnotikon 4 ), Emmanes 5 ), Atomon, Dithiambrion, Pythagoras undOsthanes Xeleon, Zoroaster Typhonion, die Körner Insana 6 ), Dentaria 7 ),auch Apollinaris 8 ), die Propheten Rhapontika, die Aegypter Saphtho, dieThuskier Phabulonia, die Gallier Bilinuntia, die Dakier Dieleia] ist einStrauch mit dicken Stengeln, breiten, länglichen, eingeschnittenen, dunklen,rauhen Blättern. Am Stengel stehen in geordneter Reihe (Gebilde) wieGranatapfelkelche, umgeben von Schildchen, welche mit Samen gefülltsind, wie beim Mohn 9 ). Es gibt davon drei Arten: der eine hat fastpurpurfarbene Blüthen, Blätter wie Smilax, schwarze Samen und stacheligeKelche; der andere hat quittengelbe Blüthen, weichere Blätter und Kapselnund gelblichen Samen wie die Rauke. Diese beiden bewirken Wahnsinnund Lethargie, sie sind zum Gebrauch untauglich. Zum arzneilichen Ge-brauche geeignet und sehr milde ist der dritte, er ist fett, zart undflaumhaarig, hat eine weisse Blüthe und weissen Samen; er wächst amMeere und auf Trümmerhaufen. Wenn dieser nicht zur Hand sein sollte,muss man den gelben gebrauchen, den schwarzen als schlechtesten ver-werfen. Zur Saftbereitung dienen die weiche Frucht, die Blätter undStengel, welche zerstossen und ausgepresst werden, worauf die Flüssig-keit in der Sonne eingetrocknet wird. Seine Verwendung ist auf ein Jahrbeschränkt wegen der leichten Verderbniss. Sein Same wird noch be-sonders zur Saftbereitung gebraucht, indem er trocken zerstossen, mitwarmem Wasser übergössen und ausgepresst wird. Es ist aber der aus-gepresste Saft besser als der natürliche und auch schmerzstillender. Derjunge Trieb wird zerstossen, mit Weizenmehl gemischt, zu Brödchengeformt und aufbewahrt. Der erstere Saft und der aus dem Samen her-gestellte eignet sich am besten zu schmerzstillenden Kollyrien, sowie gegenheftigen und heissen Fluss, gegen Ohrenschmerzen und Gebärmutter-leiden, mit Mehl aber oder Graupen gegen Augen-, Fuss- und sonstigeEntzündungen. Der Same leistet dasselbe, wie er auch wirksam ist beiHusten, Katarrh, Fluss und heftigen Schmerzen der Augen, bei Fluss derFrauen und sonstigem Blutverlust, wenn er in der Gabe von 1 Obole mitMohnsamen in Honigmeth getrunken wird. Er ist ferner ein gutesMittel bei Podagra, angeschwollenen Hoden und nach der Niederkunftentzündeten Brüsten, wenn er, fein gestossen, mit Wein umgeschlagenwird; ebenso wird er den sonstigen schmerzstillenden Kataplasmen mit