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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.
binse, und Holoschoinos, Sc. Holoschoinos L. (Juncaceae), Grosse Simse. D. sagtja auch, nachdem er die ersten Unterscheidungen gemacht hat: „Es gibt noch einedritte Art." Später, nach Ausschaltung der sterilen Art, heisst es: „Die Früchtebeider," d. h. der beiden Arten; hieraus könnte man gar auf nur zwei Artenschliessen, nämlich auf Oxyschoinos mit den beiden Abarten und Holoschoinos. DieserAnsicht ist Fr aas, er meint, dass die Alten mit den ersteren die kleinen, mit denletzteren die grösseren Arten umfassten. Als den unfruchtbaren bezeichnet er diejüngeren Wurzelstöcke, denn beide sind an der Spitze scharf, &io£u; Jn' axpou.
Plinius XXI 112 unterscheidet wie Theophrast.
Das Synonymon Manualis zu Schoinos (Strick) deutet auf die technische Ver-wendung der Binse zu Flechtwerk u. dgl.
Früher wurde der Wurzelstock von Scirpus lacustris, Rad. Scirpi majoris oderJunci maximi als zusammenziehendes und harntreibendes Mittel gebraucht.
Cap. 53. IIspl Asr /'/jVo?. Flechte. Das auf den Felsen wach-sende Leichen — Einige nennen es Bryon 1 ) — ist ein an bethauten Felsenhängendes Moos 2 ). Als Umschlag stillt es Blutungen, besänftigt Ent-zündungen und heilt Flechten. Mit Honig aufgestrichen heilt es die Gelb-sucht und beruhigt Rheuma des Mundes und der Zunge 3 ).
') Moos. 2 ) Die Flechten (Lichenes) wurden früher als eine besondere ClasseLagerpflanzen angesehen und hinter die Moose gestellt. Man hat aber erkannt, dasssie keine selbständigen Pflanzengebilde sind, sondern aus der Symbiose von Algenund Pilzen hervorgehen. 3 ) Den letzten Satz hat Plinius XXVI 22 in folgenderLesung: Aliud genus lichenis petras adhaerens . . . morbum quoque regium cummelle sanat ore inlito et lingua, es heilt auch die Gelbsucht, wenn es mit Honigin den Mund und auf die Zunge gestrichen wird.
Sprengel zieht Pettigerä canina Hoffm., Hundsschildflechte, oder P. aphthosaHoffm., Warzige Schildflechte, Fraas Lecanora Parella Ach., Parelleflechte.hierher, eine Krustenflechte, welche auf Felsen, aber auch auf nackter Erde und anBaumstämmen wächst.
Cap. 54. IIspl Ilaptovir/ia?- Paronychia. Die Paronychia[Einige nennen sie Adoketos, Andere Neuras, Phrynion, die Römer Bui-nalis 1 )] wächst auf Felsen und ist ein kleiner, der kleinen Wolfsmilchähnlicher Strauch, in der Grösse geringer aber mit grösseren Blättern.Die ganze Pflanze zerrieben heilt als Umschlag Paronychie 2 ) undbösen Grind.
") Marcellus liest besser „Unguinalis", Nagelkraut. 2 ) Nebennägel. DieIdentificirung dieser Pflanze hängt hauptsächlich davon ab, was man unter der Ver-gleichspflanze nkickoc; versteht. Fraas hält sie für Euphorbia retusa, Varietät vonE. exiyua, mit aufsteigendem, oft schon am Grunde ästigem Stengel und schmal -linealen, am Grunde verbreiterten, sitzenden, vorn abgestutzten Blättern, darnach diePflanze des D. für Paronychia serpyllifolia D. C. (Caryophyllaceae), Quendelblätte-rige Paronychie. Sie ist sehr häufig auf Felsen und steinigem Boden derEbenen, Hügel und Vorberge. Anguillara zieht Polycarpum tetraphyllum L.,Lobelius Draba verna, Clusius Paronychia hispanica hierher.