III. Buch. Cap. 156 (166).
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Malope malacoid.es L. (Malvaceae), Malvenartige Malope. Sie wird inden Mittelmeerländern wie die Malve gebraucht. Sprengel zieht Malva Alcea hier-her, ihre Blätter sind aber zu sehr von denen der Yerbene verschieden; die letzterensind am unteren Stengel oval und eingeschnitten gesägt, die oberen sind leierförmig,fiederspaltig und gekerbt, die blüthenständigen fast ganzrandig.
Cap. 155 (165). IIspt Kavväßsco? 7j [i ,spot>. Gebauter Hanf.Der Hanf — Einige nennen ihn Kannabion, Andere Schoinostrophon 1 ),Asterion 2 ) — ist eine Pflanze, welche im Leben sehr viel Verwendungfindet zum Flechten der kräftigsten Stricke. Er hat denen der Escheähnliche, übelriechende Blätter, lange einfache Stengel und eine rundeFrucht, welche, reichlich genossen, die Zeugung vernichtet 3 ). Grünzu Saft verarbeitet und eingeträufelt ist sie ein gutes Mittel gegenOhrenleiden.
') Stricke drehend (ayoiviov und aTpscpiu). 3 ) Stemähnlicli, von der Form derin 5—9 lanzettliche spitze Lappen tief eingeschnittenen Blattspreite. 3 ) Plinius XX259 sagt, dass der Same die Zeugungskraft der Männer vernichte. — Heutzutagewendet man ihn (fructus Cannabis) in der Emulsion gegen Blasenleiden an.
Cannabis sativa L. (Urticaceae), Hanf. Die Pflanze hat ein sehr grosses Ver-breitungsgebiet, es erstreckt sich von der unteren Wolga und vom Ural bis zum Altaiund nach Nordasien, andererseits bis Kashgar, Kashmir und zum Himalajagebirge.
D. wendet nur die Früchte arzneilich an.
Der Hanf gehört zu den ältesten Arzneimitteln. Im Berliner Papyrus unddem Papyrus Ebers findet er sich unter den ägyptischen Heilmitteln; das PharmakonNepenthes des Homer wollen Einige auf das aus dem Hanf bereitete Berauschungs-mittel, Haschisch, das noch jetzt bei den Orientalen beliebt ist, beziehen. Entwederwird das Kraut mit Kalk zusammengerollt, oder ein Extract daraus hergestellt.Nach Herodot IV 74 gebrauchten die Skythen den Hanf ausser zu allerlei Flecht-werk und Kleidungsstücken zu trockener Bähung als Schwitzbad, besonders nennt erden Samen zu diesem Zwecke.
Cultur und klimatische Verschiedenheit haben wohl manche Veränderungenan der Pflanze bewirkt, so dass der indische Hanf sich zu einer besonderen Art,Cannabis indica, erhoben hat. Derselbe enthält nach Siebold und Bradbury (1881)und H. F. Smith (Apoth.-Ztg. 1891, 455) ein gelblichgrünes, flmissartiges, amorphes,im Geruch stark an Coniin erinnerndes Alkaloid, Cannabinin, und Cannabinol,eine harzartige, braune Substanz mit der charakteristischen Wirkung der Droge.
In Indien unterscheidet man zwei Sorten des dortigen Hanfs, nämlich:1. Bhang oder Siddhi, die zur Blüthezeit abgestreiften, zerkleinerten, nur vonwenig Früchten begleiteten Blätter. Sie werden mit Wasser oder Milch unter Zu-satz von schwarzem Pfeffer, dem man bisweilen Zucker und Gewürz hinzufügt, zueiner berauschenden Flüssigkeit zerrieben. 2. Ganja, die entblätterten Spitzender weiblichen Pflanze. Die nicht befruchteten weiblichen Triebe erzeugen reichlichHarz, Oharas. Ganja und Oharas dienen mit Tabak gemischt zum Rauchen.
Das Extractum Cannabis indicae ist heute ein geschätztes Mittel, besondersbei Uterusblutungen.
Cap. 156 (166). Ilspi Kawaßeco? a^pia?. Wilder Hanf.Der wilde Hanf — Einige nennen ihn Hydrastina, die Römer Terminalis 1 ) —