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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.
Cap. 149 (159). Ilspi <Pakxpi3o<;. Glanzgras. Die Phalarisentwickelt aus zarten und unbrauchbaren Wurzeln viele zwei Hände hohe,knotige, rohrähnliche Stengelchen, welche denen des Dinkels gleichen.Der Same daran hat die Grösse der Hirse, ist weiss und länglich. Daszerstossene, mit Wasser oder Wein zu Saft verarbeitete Kraut hat ge-trunken die Kraft, bei Blasenleiden gut zu wirken; auch ein Löffel vollSamen, mit Wasser getrunken, leistet dasselbe.
Phalaris nodosa L. (Gramineae), Knotiges Glanzgras. Bei Sprengel istes Phalaris canariensis. In Südeuropa, im mittleren Europa selten.
Cap. 150 (160). llepi 'Epo&poödvoo. Krapp. Das Erythro-danon oder Ereuthodanon — Einige nennen es Teutrion, Andere Drakanos,Kinnabaris 1 ), die Römer ßubia passiva 2 ), die Thusker Lappa minor 3 ), dieAegypter Sophobi —. Die Wurzel ist roth, zum Färben geeignet. Esgibt eine wilde und eine gebaute Art, wie zu Tabiane in Galatien, zußavenna in Italien, und in Karien, wo sie unter die Oelbäume gesäet wird,wie auf die Aecker. Es wird mit Yortheil gesäet, weil daraus ein sehrgrosser Nutzen erwächst. Seine Stengel sind vierkantig, lang, rauh, ähn-lich denen des Wandlabkrautes, in Allem aber grösser und kräftiger; dieBlätter sind in Abständen an jedem Knoten kreisförmig wie ein Sterngeordnet; die Frucht ist rund, zuerst grün, dann roth und, vollständig aus-gereift, schwarz. Die Wurzel ist dünn, lang, roth, harntreibend, daherhilft sie, mit Honigmeth getrunken, bei Gelbsucht, Ischias und Paralyse.Sie treibt aber reichlichen und dicken Harn, oft ist es auch Blut. Die,welche sie trinken, müssen jedoch täglich gewaschen werden [und denUnterschied der Entleerungen beobachten]. Der Saft mit den Blätterngetrunken 4 ) hilft gegen den Biss giftiger Thiere, die Frucht mit Sauer-honig genommen erweicht die Milz. Als Zäpfchen eingelegt befördert dieWurzel die Menstruation und die Nachgeburt. Mit Essig als Umschlagheilt sie weisse Flecken.
J ) Zinnober. 2 ) Durch und durch roth. 3 ) Kleine Kette, vielleicht im Gegen-satz zu dem ähnlichen Galium aparine. *) Hier dürfte gewiss eine andere Lesartam Platze sein, entweder 6 xuXö? sy. t & v <puM>u>v, der Saft aus den Blättern, oder6 xauXö; fieta tmv tpuXXmv ejctteftsii;, der Stengel mit den Blättern aufgelegt.
Den Namen hat die Pflanze von der rothen (epoS-po? oder speufl-o?) Farbe derWurzel.
Die wilde Pflanze des D. wird als Rulia lucida L. (Rubiaceae), WilderKrapp, angesprochen, von der Theophrast (Hist. pl. IX 13, 6) sagt, dass sieschattige Orte liebe, die gebaute dagegen als Eubia tinctoria L., Krapp.
Der tief unter der Erde kriechende Wurzelstock mit langen, gegliederten,gänsekieldicken, blutrothen Wurzelfasern treibt hie und da an gegenständigen KnotenAeste. Die Stengel, zu mehreren und oft 1 m hoch, sind niederliegend oder klet-ternd, schwach vierkantig, mit an den Kanten rückwärts stehenden feinen Stacheln.Die Blätter, zu 4—6 quirlförmig stehend, sind bald mehr elliptisch, bald mehr