Druckschrift 
Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
Entstehung
Seite
349
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

') Von opfiduj, anreizen, soll die Pflanze benannt sein. 2 ) ap-fsjia xai Xeuxai-|iata, beides Hornhautflecken.

Salvia Horminum L. (Labiatae), Kleiner oder Schopfiger Salbei. DasKraut war früher als Herba Hormini sive Gallitrichi gebräuchlich.

Cap. 136 (146). IIspi c HSooäpoo. Hedvsaron. Das Hedy-saron, von den Salbenmischern Pelekinos genannt, ist ein Strauch mitkleinen, denen der Erbse ähnlichen Blättern und Hörnchen gleichendenHülsen, in diesen befindet sich der gelbe, einer zweischneidigen Axt ähn-liche Same, daher auch der Name. Er hat bitteren Geschmack, ist ge-trunken gut für den Magen und wird auch den Gegenmitteln zugemischt.Mit Honig als Zäpfchen vor dem Beischlaf eingelegt scheint er die Em-pfängniss zu verhindern. Es wächst unter der Gerste und dem Weizen.

Bei Theophrast (Hist. pl. VIII 8, 3) heisst die Pflanze Pelekinos, als Unkrautunter der Vogelwicke. Hier hat sie jedenfalls den Namen von der wie eine Axt(icsXextvo?) gekrümmten Hülse, während D. denselben auf den Samen bezieht.

Coronilla securidaca L. (Papilionaceae), Schwertförmige Kronwicke.

Cap. 137 (147). Ilspi 'Ovöa[iaTog. Onosma. Das Onosma —Einige nennen es Osmas, Andere Phlonitis, auch Ononis — hat Blätterdenen der Ochsenzunge ähnlich, länglich, weich, an vier Finger lang undeinen Finger breit, über den Boden ausgebreitet. Die grösste Aehnlich-keit mit der Ochsenzunge zeigen der Stengel, die Frucht und die Blüthe.Das Würzelchen darunter ist länglich, schwach, dünn und sanft röthlicli.Es wächst an rauhen Stellen. Seine Blätter, in Wein getrunken, treibenden Embryo aus. Man sagt, dass, wenn eine Schwangere über das Krauthinwegschreite, sie eine Fehlgeburt mache.

Sprengel schwankt bei Onosma zwischen Lithospermum purpureo-coeruleumund Anchusa undulata ; Fr aas zieht Onosma echinoides L. (Asperifoliaceae), Nattern-köpfige Lotwurz, hierher.

Cap. 138 (148). Ilepl Nojxfpaiac. Weisse Seerose. DieNymphaia wächst in Sümpfen und stehenden Gewässern. Sie hatBlätter ähnlich denen des Kiborion 1 ), aber kleiner und länglicher, ge-wissermassen aus dem Wasser hervorragend, theils aber auch im "Wasseruntergetaucht, sie kommen zu mehreren aus derselben Wurzel. Die Blütheist weiss, der Lilie ähnlich, mit einem safranfarbigen Mitteltheil. Wennsie abgeblüht hat, wird es rund, an Umfang einem Apfel 2 ) oder einemMohnkopf zu vergleichen, schwarz, darin befindet sich ein schwarzer,breiter, dichter, schleimig schmeckender Same. Der Stengel ist glatt,nicht dick, dunkel, ähnlich dem des Kiborion. Die Wurzel ist schwarz,rauh, keulenähnlich, sie wird im Spätherbst abgeschnitten. Trocken dannmit Wein getrunken hilft sie bei Magenschmerz, Dysenterie und ver-

III. Buch. Cap. 188 (148)