Druckschrift 
Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
Entstehung
Seite
337
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

III. Buch. Cap. 115 (125).

337

als Bähung die Schmerzen bei den von giftigen Thieren Gebissenen lin-dern. Wenn Einer aber ein anderes Geschwür hat und daran behandeltwird, so leidet er durch die Bähung in derselben Weise wie durch dieBisse. Einige trinken beim dreitägigen Fieber drei Blätter oder dreiSamen mit Wein, beim viertägigen vier als Mittel, welche das periodischeFieber brechen. Die Wurzel selbst wird auch den Gegenmitteln zu-gemischt.

Psorea bituminosa L. (Papilionaceae-Trifolieae), Asphaltklee. Der Stengelist aufrecht, bis zu 1 '/ 2 ni hoch, gerillt und wie die ganze Pflanze weichhaarig. DieBlätter sind zahlreich, langgestielt, die Blättchen ei-lanzettlich, theils stachelspitzigtheils zugespitzt, die Nebenblättchen pfriemig, zottlich; die Blüthenköpfclien zehn- biszwanzigblüthig, der Kelch ist röhrenförmig, die Krone violett, die Fahne am Grundezweizähnig, die Hülse zusammengedrückt, an der Spitze etwas gekrümmt. An dürren,sonnigen Stellen Südeuropas.

Cap. 114(124). IIsf>l IloXtou. Gamander. Das Polion [Einigenennen es Theuthrion, Andere Pheuxaspidion, Achaimenis, Ebenitis, Melos-mon, Beiion, Leontocharon]; es gibt davon eins, das Bergpolion, welchesauch Teuthrion heisst, und im Gebrauch ist. Es ist ein kleiner, zarter,weisser, eine Spanne hoher, vollfrüchtiger Strauch, welcher an der Spitzeein doldenartiges kleines Köpfchen, wie weisses Haar hat mit durch-dringendem, dabei angenehmem Geruch. Das andere ist ein grössererStrauch, er hat einen nicht so kräftigen Geruch und eine schwächereWirkung. Ihre Abkochung hat die Kraft, als Trank den von giftigenThieren Gebissenen, den Wasser- und Gelbsüchtigen zu helfen, den Milz-süchtigen aber mit Zusatz von Essig. Sie bewirkt aber Kopfschmerzenund ist dem Magen zuwider. Sie befördert den Stuhlgang und die Men-struation. (Der Strauch) als Lager oder zur Räucherung angezündet hältdie giftigen Thiere ab; als Umschlag verklebt er Wunden.

Theophrast (Hist. pl. II 8, 3) kennt nur ein Polion, eine immergrüne Pflanze,welche zur Caprification gebraucht wird.

Plinius XXI 44 unterscheidet gleichfalls zwei Alten, das grössere Polium cam-pestre und das kleinere P. silvestre; die Blätter entspringen unmittelbar aus derWurzel und sollen Morgens weiss, Mittags purpurroth und Abends blau aussehen.An anderer Stelle heisst es, das Polium sei identisch mit Tripolium, der Sumpfnelke;er wirft hier wieder zwei verschiedene Pflanzen durcheinander. Die beiden Pflanzendes D. sind Teucriutn Polium L. (Labiatae), Grauer Gamander, und Teucriumcapitatum L., Grosser, Geruchloser Kopfgamander. Beide finden sich inGriechenland und Italien; die Neugriechen nennen beide ä-fP' 0 ? äfj.äpavö'o?, WilderAmaranth.

Cap. 115 (125). IIspi ExopSiou. Knoblauch-Gamander. DasSkordion 1 ) [Einige nennen es Skorbion, Andere Pleuritis, Dysosmon 2 ), wildeKalaminthe (Minze), Chamaidrys, Mitliridanios 3 ), die Propheten Podosblut,

Berendes, Arzneimittellehre des Dioskurides. 22