III. Buch. Cap. 89 (99).
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und steinfrei ist, Körner wie Weihrauch hat, rein und fest ist, keinenSchmutz enthält, nach Bibergeil riecht und bitter schmeckt. Ein solchesheisst Thrausma (Bruch), das aber Erde oder Steine enthaltende heisstPhyrama. Es entsteht in Libyen bei Amnion 2 ) als Saft eines stecken-krautähnlichen Baumes. Es hat erweichende, reizende, erwärmende Ver-härtungen und Geschwülste zertheilende Kraft. Genossen regt es denBauch etwas an und treibt den Embryo aus. Zu 1 Drachme mit Essiggetrunken erweicht es die Milz und lindert Glieder- und Ischiasschmerzen.Es hilft auch bei Asthma, Orthopnoe, Epilepsie und Brustwasser, wennes entweder mit Honig als Leckmittel genommen oder mit Gerstenschleimgeschlürft wird. Es treibt aber auch blutigen Harn. Ferner verwischtes weisse Flecken auf den Augen und vertreibt Rauheiten der Augenlider.In Essig gelöst und aufgelegt erweicht es Verhärtungen der Milz undLeber. Weiter bringt es, als Umschlag mit Honig oder Pech gemischt,Gelenkknoten zum Verschwinden. Endlich wirkt es als stärkende Salbegegen Ermattung und Ischias, wenn es mit Essig, Natron und Kyprosölgemischt eingerieben wird.
*) Widdergott, weil der Gott mit einem Widderkopfe abgebildet wurde.2 ) d. h. in der Gegend, wo der Tempel des Juppiter Ammon stand.
Plinius XII 107 nennt den Baum auch Metopium, den Saft Hammoniacilacryma. Nach Marcellus wird der Name Ammoniacum sowohl für das Gummiharzwie auch für das in derselben Gegend gefundene Steinsalz von a(x[io?, Sand, abge-leitet. Plinius sagt an der genannten Stelle: Aethiopiae subjecta Africa hammo-niaci lacrymam stillat in haerenis suis, inde nomine etiam Hammonis oraculo, juxtaquod gignitur arbor, quam Metopium appellant, resinae modo aut cummium.
Die Mutterpflanze des Ammoniakum der Alten ist Ferula tingitana L. (Umbelli-ferae), eine afrikanische Doldenpflanze. Das Ammoniakum enthält etwa 68°/oHarz,4,l°/o ätherisches Oel, 9°/» Gummi, 19°/o Bassorin und kommt wenig in denHandel.
Die Droge des heutigen Handels stammt von Doretna Ammoniacum Don., l 'eu-cedanum Ammoniacum Baill. (Umbelliferae) ab, einer etwa 2,50 m| hohen PflanzePersiens mit langen, gestielten, doppelt gefiederten Blättern, von denen die oberstenzusammenlaufen. Die Blüthendolden sind verzweigt, mit kurzen Wollhaaren besetzt.Die ganze Pflanze enthält reichlich Milchsaft, welchem durch Insectenstiche amoberen Theile des Stengels der Austritt erleichtert wird. Eine absichtliche Ver-letzung zur Saftgewinnung geschieht nicht.
Die Droge kommt im Handel vor als Ammoniacum in granis seu amyg-dalis, hirsekorn- bis nussgrosse, lose oder zusammenhängende, aussen gelblich-weisse bis bräunliche, auf dem frischen Bruche trübweissliche Körner, und als Am-moniacum in massis seu placentis, mehr oder weniger dunkle, meist brauneKlumpen mit eingesprengten Körnern und Sand und Pflanzenresten untermischt; siehaben einen trübweisslichen, fettglänzenden Bruch und dienen nur noch als Zusatzzu Pflastern. Die Pflanze wächst meist in Gesellschaft von Ferula Asa foetida.
Cap. 89 (99). Ilspi iapxoxöXXa?. Sarkokolla. Die Sarko-kolla ist die Thräne eines in Persien wachsenden, einem kleinen Weih-