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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

mit Irisöl als Injection in die Nase gegen beginnenden Star 1 ). Mit Essigaufgelegt entfernt er Leberflecken und Aussatz, ebenso alte Oedeme undVerhärtungen; mit altem Harn eingeschmiert zieht er ringsum einge-schnittene Nägel heraus. Mit Essig und Kienholz gekocht als Mund-spülwasser hilft er bei Zahnschmerzen. Ferner treibt er mit Wasser alsUmschlag auf den Nabel die runden Würmer aus, hilft, fein gestossenund in eine Binde gegeben, als Riechmittel denen, die an Schnupfen leidenund befördert, mehrere Tage getrunken, die Menstruation, den Harn unddie Milchabsonderung. Mit Wein getrunken beruhigt er Athmungs-beschwerden; in der Gabe von 1 Drachme mit Wasser genommen hilfter bei Spinnenbissen. Zur Räucherung angezündet verscheucht er dieSchlangen. Man sagt aber, dass er, im Uebermaass genossen, tödte.

1 ) xois ap^ojxevoi? üTtoxsiafrat, beginnende Unterlaufung; uiti/uac? ist nacli Stern(Die Augenheilkunde des Dioskorides S. 71) der alte Name für Star, Katarakt.

Nigella sativa L. (Ranunculaceae), Schwarzkümmel.

D. nennt die Pflanze Melanthion, schwarze Blüthe, wiewohl sie blau blüht;richtiger bezeichnet ist sie in den Euporista II 93 als Melaspermon, schwarzerSamen. Bei Plinius XX 182 heisst sie Git, auch Melaspermon, an anderer Stelle (XXII53) sagt er, sie werde von Einigen auch Anthemis genannt. Greifen wir aber auf dieHippokratiker zurück, so haben diese unter Melanthion zwei verschiedene Pflanzenverstanden, von denen die eine unsere Nigella sativa, die andere durch den Zusatz:„tö ex tüiv 7iupö>v" oder ex xoüv itupcüv", „das aus dem Weizen" oder „das aus

dem Weizen Ausgelesene*, näher gekennzeichnet wird.

v. Grot (Histor. Studien aus dem pharmakol. Inst. d. Univ. Dorpat I S. 24)bezieht dasselbe mit Kobert nicht zu Unrecht auf das Mutterkorn, den auf ver-schiedenen Getreidearten wachsenden Pilz, Claviceps purpurea (Seeale cornutum), daes innerlich und äusserlich nur als Uterusmittel, ja sogar als Fruchtabtreibungsmittelgebraucht wird (vgl. Littre VIII p. 154, 158, 160, 184, 190, 198 etc.).

Ebenso hält Stephanus (Thesaur. ling. graec. ed. Hase, Paris 1831, Tom. I)dafür, dass ein Melanthium und ein Pseudo-Melanthium anzunehmen sei, unddass letzteres das Uterusmittel der Hippokratiker sei.

Nicolai Kruskal (Ueber Agrostemma Githago L., Arbeiten des pharmakol.Inst, zu Dorpat, 1891) will mit Bezug auf die Angabe des D., dass hohe Dosen desMelanthion den Tod verursachen können, Agrostemma Githago L., die Kornrade,hierher ziehen. Das Melanthium des D. ist viel kleiner als die Rade, hat auch einenganz anderen Habitus als letzteres (s. auch Cap. 105).

Die Samen von Nigella sativa sind nur noch als Volksmittel in Gebrauch.

Cap. 84 (94). nspi StXytoo. Silphion. Das Silphion wächstin Gegenden von Syrien, Armenien, Medien und in Libyen. Sein Stengelheisst Maspeton und ist dem Steckenkraut ähnlich; es hat Blätter wieSellerie und einen breiten Samen. Die Wurzel ist erwärmend, schwer zuverdauen und schlecht für die Blase. Mit Wachssalbe vermengt heilt sieDrüsen am Halse und Geschwülste oder auch Sugillationen unter denAugen, wenn sie mit Oel angewandt wird. Mit Iris- oder Kypros-Wachs-salbe ist sie ein gutes Mittel bei Ischias. Auswüchse am After vertreibt