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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

Dass die heutige Bezeichnung Santonin von der Pflanze des D. abgeleitetist, bedarf wohl keines Beweises, ob aber Artemisia maritima und judaica des D.identisch sind mit der Stammpflanze unserer Flores Cinae, muss eine offene Fragebleiben. Gerade so, wie die Droge früher bei uns Semen Cinae hiess, empfiehlt auchD. die zahlreichen kleinen Samen als Wurmmittel.

Die Stammpflanze der heutigen Flores Cinae ist Artemisia maritima L., var.A. Cina Berg., A. pauciflora Weber, heimisch in den Steppengebieten Turkestans.Kahler und Alms stellten 1830 aus dem ätherischen Extracte des Wurmsamensdas Santonin dar, von dem kurz vor der Blüthe 2—3°/o darin enthalten sind.

Cap. 26 (29). IIspl 'Aßpoiövoo. Abrotonon. Das Abrotonon[Einige nennen es Abutonon, Absinthion, Herakleion 1 ), Cholopoion 2 ),Theluphthorion 3 ), Absinthiomenon 4 ), Prokampylon 5 ), die Propheten Nervendes Phönix, auch Kynanchites, die Römer Absinthium ponticum 6 ), Andereauch Thelythamnon 7 ), auch hübsche Neigung], eine Art desselben istweiblich, ein baumartiger, weisslicher Strauch, mit zart eingeschnittenenBlättern rings um die Zweige; an der Spitze trägt er eine Art gold-farbigen Schirm, voll von Blüthen, der im Sommer sich bildet und einenetwas scharfen Wohlgeruch und bitteren Geschmack hat. Dieses scheintder sicilische zu sein. Die andere Art wird die männliche genannt, sieist strauchig und hat dünne Zweige wie Wermutk. Sie wächst am meistenin Kappadokien und im asiatischen Galatien und bei Hieropolis in derNähe von Syrien. Wird der Same von diesem (Abrotonon) gekocht, auchroh mit Wasser zerrieben, getrunken, so hilft er gegen Orthopnoe, innereRupturen, Krämpfe, Ischias, Harnverhaltung und Zurückbleiben der Men-struation. Er ist, mit Wein getrunken, auch ein Gegengift gegen tödt-liche Gifte. Mit Oel gibt er eine Salbe gegen Frostschauer. Als Lager-streu 8 ) und als Räuclierung angezündet verscheucht er die Schlangen,mit Wein genommen hilft er auch gegen ihre Bisse. Besonders ist ervon guter Wirkung gegen Spinnen- und Skorpionstiche; ist auch einHeilmittel bei Augenentzündungen, wenn er mit gekochten Quitten odermit Brod aufgelegt wird. Mit rohem feinem Gerstenschrot gekochtzertheilt er Geschwülste, wird auch bei der Bereitung des Irisöls zu-gesetzt.

*) Bei Heraklea in Pontus sollte es in besonderer Güte wachsen. 2 ) Galleerzeugend. 3 ) Weiber mordend. 4 ) Monatsbeifuss. 5 ) Nach vorn gekrümmt, vonden überhängenden Scheibenköpfchen. 6 ) Pontischer Beifuss. 7 ) Frauenstrauch.8 ) Wohl das Kraut mit dem Samen.

Auch Plinius XXI 160 unterscheidet zwei Arten, den weiblichen Strauch nennter Habrotanum montanum, den männlichen H. campestre. Die spätmittelalterlichenSchriftsteller halten die erstere Pflanze theils für Absinthium ponticum, theils (Mat-thiolus und Clusius) für Chamaecyparissus ; diesen stimmt Sprengel zu underklärt sie für Chamaecyparissus aquosus. Fraas dagegen zieht Artemisia arbores-cens L. (Compositae), Beifussbäumchen hierher. Die zweite Art ist ArtemisiaAbrotanum L., Eberreis, Zarter Beifuss.