II. Buch. Cap. 204.
249
Cap. 203. H spi lla.fv.pa.ziov». Gilge. Pankration — Einigenennen auch dieses Meerzwiebel —, die Wurzel ist einer grossen Zwiebelähnlich, röthlich oder etwas purpurfarben, von bitterem und brennendemGeschmack, die Blätter sind der Lilie ähnlich, aber grösser. Die Wurzelhat dieselbe Kraft, Zubereitung und Anwendung wie die Meerzwiebel,ist auch wirksam gegen dieselben Leiden. Die Kraft dieser Wurzel istaber massiger als die der Meerzwiebel; darum wird auch die zu Saftverarbeitete Wurzel unter Zusatz von Erbsenmehl zu Pastillen geformtund mit Honigmeth erfolgreich den Milzkranken und Wassersüchtigengereicht.
Pancratium maritimum L. (Liliaceae), Meerstrands-Gilge.
Theophrast (Hist. pl. YII 13, 8) hat für die Pflanze keinen besonderen Namen,sondern sagt, es gebe eine eigene Art Zwiebel, welche am Meeresufer wachse undzwischen dem Innern und den äuseren Häuten Wolle trage, welche zu Säcken undKleidungsstücken benutzt werde.
Sie wächst im Sande an der Küste des Mittelmeers, hat eine bittere, ekelhaftschmeckende Zwiebel, welche früher als Radix Scillae minoris seu Hemerocallidisvalentinae seu Pancratii monspessalani, ähnlich wie die Meerzwiebel, aber besondersals Vomitiv angewandt wurde.
Cap. 204. Ilepi Ka7tn:äpe(oc. Kapper. Die Kapper [Einigenennen sie Kynosbatos *), Andere Kapria 2 ), Rabenapfel, Ophioskorodon 3 ),Phyllostaphylos 4 ), Thallia 5 ), Petraia 6 ), Holophyton 7 ), Ionites 8 ), Oligo-chloron 9 ), Akoniton 10 ), Hippomanes 11 ), Trichomanes 12 ), die ProphetenPotera, auch Peuteron, Herz des Luchses, Haloskorodon 18 ), Krinon 14 ),Thlaspis, die Römer persischen Senf, auch Inturis, die Afrikaner Her-biaiathum] ist ein dorniger Strauch, kreisförmig über die Erde sich aus-breitend, mit widerhakigen Dornen 15 ), wie beim Brombeer. Sie hat runde,denen der Quitte ähnliche Blätter, eine Frucht wie der Oelbaum, welchebeim Aufspringen eine weisse Blüthe zum Vorschein bringt. Wenn dieseabgefallen ist, findet sich etwas Längliches wie eine Eichel vor, welchesgeöffnet kleine rothe Körner enthält wie die Granate. Sie hat grosse,sehr zahlreiche holzige Wurzeln und wächst gewöhnlich an rauhen,mageren Stellen, auf Inseln und Baustellen. Ihr Stengel und die Fruchtwerden zur Speise eingemacht. Sie regt den Bauch auf, ist dem Magenzuwider und macht Durst. Gekocht verspeist ist sie dem Magen be-kömmlicher als roh. Ihre Frucht, in der Gabe von 2 Drachmen mitWein vierzig Tage lang getrunken, erweicht die Milz; sie treibt denHarn und bewirkt blutigen Stuhlgang. Der Genuss der Frucht hilft beiIschias und Paralyse, bei inneren Rupturen und Krämpfen. Sie befördertdie Katamenien und führt den Schleim ab. Auch Zahnschmerzen lindertdie Frucht, wenn sie mit Essig gekocht und als Mundwasser gebrauchtw ird. Die trockene Rinde der Wurzel dient nicht allein den vorerwähnten