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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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II. Buch. Cap. 193.

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Niesen reizt, daher der Name 1 ). Die Blätter mit der Blüthe haben dieKraft, als Umschlag Sugillationen unter den Augen wegzunehmen; dieBlüthen aber bewirken heftiges Niesen. Sie wächst an bergigen undfelsigen Stellen.

') Von itxoipaj, niesen.

Achillea Ptarmica L. (Compositae), Niesgarbe.

Cap. 192. II s f> i Etpoo&ioo. Seifenkraut. Das Struthion[Einige nennen es Kerdon 1 ), Andere Katharsis 2 ), auch Struthiokamelos 3 ),Chamairyton 4 ), die Propheten Chaliryton 5 ), die Römer Radix anaria oderHerba laria 6 ), die Aegypter Oino, die Afrikaner Syris] ist bekannt. DieWollwäscher gebrauchen es zum Reinigen der Wolle, seine Wurzel istscharf und harntreibend. Es hilft bei Leberleiden, Husten, Orthopnoe,Gelbsucht, wenn ein Löffel voll davon mit Honig genommen wird. DenBauch regt es an. Mit Steckenkraut und Kappernwurzel genommen zer-trümmert es den Stein und lässt ihn mit dem Urin abgehen; es erweichtauch die verhärtete Milz, befördert, im Zäpfchen eingelegt, die Menstrua-tion und tödtet sicher 7 ) die Leibesfrucht. Mit Grütze und Essig umge-schlagen bessert es den Aussatz. Mit Gerstenmehl und Wein gekochtzertheilt es die Geschwülste. Es wird den Kollyrien, welche das Gesichtschärfen und den Salben zugesetzt. Es erregt ferner Niesen, und wennes fein gerieben mit Honig in die Nase gebracht wird, so reinigt es durchden Mund.

') Nutzen. 2 ) Reinigung. 3 ) Strauss, vielleicht wegen der langen Wurzel,welche vom wagerechten Streichen mit einer straussenhalsartigen Biegung sich nachunten wendet. 4 ) Flüssige Erde. 5 ) Flüssiger Kalk. 6 ) Wohl radix und herba Lanariae.7 ) JvspY«"?» Cod. C. und N. haben sv ipito, in Wolle.

Saponaria officinalis L. (Caryopliyllaceae), Seifenkraut. Die Wurzel dientnoch heute zum Waschen von Wollstoffen. Sie hat ein starkes Princip, das Saponin,welches im reinen Zustande nicht giftig, in seiner Modification als Quillajasäureaber giftig ist (Kobert).

Cap. 193. Ilspi KuxXaatvou. Erdscheibe. Der Kyklaminos[Einige nennen ihn Kissanthemon 1 ), Andere Kissophyllon 2 ), Chelonion 3 ),Ichthyotheron 4 ), Chyline 5 ), Zoroaster nennt es Trimphalites, OsthanesAspho, die Propheten nennen es Miaspho, die Aegypter Theske, dieRömer Rapum terrae 6 ), auch Umbilicus terrae 7 ) und Arcara] hat Blätterähnlich so wie der Epheu, unterwärts bunt, oberwärts weisslich gefleckt,einen vier Finger langen nackten Stengel, auf dem die rosneartigen purpur-farbenen Blüthen sitzen, eine schwarze, etwas abgeplattete, einer rundenRübe ähnliche Wurzel. Wird diese mit Honigmeth getrunken, so führtsie Schleim und Wasser nach unten ab, auch befördert sie, getrunkenund in Zäpfchen eingelegt, die Katamenien. Es heisst, dass eine schwangereFrau, wenn sie über die Wurzel hinwegschreitet, eine Fehlgeburt macht;

Berendes, Arzneimittellehre des Dioskurides. 16