Druckschrift 
Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
Entstehung
Seite
239
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

II. Buch. Cap. 189.

239

als zb ivStxov tpdpp.axov, to t&v ösfl-aXfiÄv 6 xaXeeitai xai irsitspt, das indische Augen-mittel, welches auch Pfeffer heisst (De morb. mul. I 56, 63, 119 etc.) erwähnt, einBeweis, dass er schon vor dem Zuge Alexanders d. Gr. in Griechenland bekannt war.

Theophrast (Hist. pl. IX 20, 1) unterscheidet zwei Sorten, den runden, wieErbsen, in einer fleischigen Hülle wie die Lorbeeren, und den langen, schwarzen mitmohnähnlichen Samen.

Plinius XII 26 sagt sehr unklar: die PfefFerbäume sind unserm Wachholder ähn-lich, die Samen unterscheiden sich aber dadurch, dass sie in kleinen, unsern Bohnenähnlichen Schoten sitzen. Wenn diese vor dem Aufspringen abgenommen und inder Sonne getrocknet werden, so stellen sie den langen Pfeffer dar; springen sieallmählich reifend auf, so zeigen sie den weissen Pfeffer, welcher, an der Sonne ge-trocknet, dunkelfarbig wird. Leiden die Schoten unter der Ungunst der Witterung,werden ihre Samen taub und leer, so nennt man das Bregma.

D. kennt allerdings drei Sorten, aber er führt sie auf ein und dieselbe Ab-stammung zurück, die länglichen Früchte in ihrem ersten Stadium sind das Piperlongum, den weiter fortgeschrittenen unreifen Samen nennt er Piper albumund den reifen Piper nigrum. Ebenso Galen. Diese Ansicht hielt sich bisValerius Cordus, der für alle drei Pfeifersorten gleichfalls dieselbe Abstammungs-pflanze annahm.

Matthiolus zeigte nach den Berichten spanischer (lusitanischer) Reisender,dass es zwei verschiedene Pflanzen seien, welche den langen und schwarzen, bezw.weissen Pfeffer lieferten. Auch für die beiden letzteren nahm man zwei Mutter-pflanzen an, bis Garcia nachwies, dass der Unterschied zwischen denselben so geringsei, dass er nicht einmal den Eingeborenen auffalle (vgl. Bauhin et Cherler IIP. 184 sqq.).

Brasma oder Bregma ist das durch Abortus, Fehlschlagen, entstehende Taub-werden der Samen.

Der lange Pfeffer stammt ab von Chavica officinar. Miq., Piper longum L.(Piperaceae), einem auf Ceylon, Madras, auf den Philippinen und Sundainseln wildWachsenden, auf Java cultivirten Schlingstrauche. Die Blüthen sind zweihäusig,die weiblichen Kätzchen haben bei der Reife eine schwarzbraune Farbe; die kantig-rundlichen, oben gewölbten Samen stehen dicht auf den Spindeln.

Der schwarze Pfeffer komtnt von Piper nigrum L. (Piperaceae), einer PflanzeOstindiens und der Molukken, mit nicht über 2 cm dickem, kriechendem, an Knotenwurzelndem Stengel, welcher nach Art des Epheu an Bäumen, Mauern u. dergl. empor-klimmt. Die erbsengrossen, zwischen den Deckblättern stehenden Beeren sind anfangsgrün, gegen die Reife hin ziegelroth und zuletzt gelblich. Die noch grünen Beerenwerden gesammelt und auf Matten in der Sonne schnell getrocknet, sie geben denschwarzen Pfeffer. Die reifen Beeren dagegen werden in Meerwasser gewaschen,T on dem Fruchtfleisch und der Fruchthaut befreit und an der Sonne getrocknet, siebilden den weissen Pfeffer.

Das den scharfen, heissen Geschmack des schwarzen und weissen Pfeffers be-dingende Princip ist das Piperin, ein in farblosen glänzenden Prismen krystalli-S1 rendes Alkaloid, der Träger des Geruchs ist ein milde schmeckendes äthe-risches Oel.

Der lange Pfeffer findet kaum noch Verwendung, der schwarze und weissesind viel gebrauchte Gewürze.

Cap. 189. Itepi Ziy?tßspsto?. Ingwer. Der Ingwer ist ein Ge-fachs eigener Art, welches am meisten im troglodytischen Arabien 1 )