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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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II. Buch. Cap. 160.

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ist mehr lattichartig und breitblätterig, die andere hat schmalere Blätterund ist etwas bitter; alle sind sie adstringirend, kühlend und gut für denMagen. Gekocht stellen sie den Durchfall, wenn sie mit Essig genommenwerden, am meisten die wilden, welche dem Magen bekömmlicher sind;denn genossen sind sie ein vorzügliches Mittel für einen schwachen underhitzten Magen. Mit Grütze und für sich allein als Umschlag sind sievon guter Wirkung bei Herzleiden; sie helfen bei Podagra und Augen-entzündungen; das Kraut und die Wurzel als Umschlag leisten gegenSkorpionsbiss Hülfe und heilen mit Graupen zusammen die Rose; mit Blei-weiss und Essig dient ihr Saft als Salbe in Fällen, welche Abkühlungerheischen.

Die schmalblätterige und. etwas bittere Seris ist Cichorium Intybus L., Weg-wart, Cichorie, die lattichartige Cichorium Endivia L. (Compositae), Endivie.

Theophrast (Hist. pl. YII 11, 3) redet nur im Allgemeinen von den Cichorien, xi/opt<u8v] Ttävta, deren Blätter als Gemüse verwandt werden; wegen der langenWurzel kann die Pflanze nur schwer aus dem Boden gehohen werden. PliniusXX 73 nennt die wild wachsende (Intubum erraticum) auch Ambula, in Aegyptenheisse sie Cichorium, die gebaute Seris, sie sei kleiner und aderiger.

Die Wurzel von Cichorium Intybus enthält Bitterstoff, Zucker, im Herbstviel Inulin und Amylum; sie dient als Kaffeesurrogat. Cich. Endivia liefert inden Blättern den bekannten Salat.

Cap. 160. Ilspi KovSpiXXrjc. Knorpelsalat. Der Knorpel-salat; Einige nennen auch diesen Cichorie oder Seris. Er hat Blätter,Stengel und Blüthen wie die Cichorie, deshalb halten ihn auch Einigefür eine Art wilder Seris; er ist aber im Ganzen zarter. Selbst an denfeinen Zweigen aber findet sich ein mastixähnliches Gummi von Bohnen-grösse, welches, mit Myrrhe fein gerieben und in der Grösse einer wildenOlive in Leinen als Zäpfchen eingelegt, die Menstruation befördert. DasKraut mit der Wurzel wird gestossen und unter Zusatz von Honig zukleinen Kugeln geformt, welche dann zerlassen und mit Natron vermischtweisse Hautflecken entfernen. Das Gummi verklebt auch die Haare;ebenso wird die frische Wurzel zu demselben Zwecke gebraucht, indemeine Nadel in dieselbe getaucht und an die Haare gebracht wird. MitWein getrunken hilft sie auch gegen Vipernbiss. Ihr Saft, mit Wein ge-kocht und getrunken und auch für sich allein, stellt den Durchfall. Esgibt aber auch eine zweite Art Knorpelsalat, sie hat ein rings herum ange-fressenes langes und über den Boden ausgebreitetes Blatt, einen saftigenStengel, eine zarte, zugespitzte, leichte, runde, gelbliche, saftreiche Wurzel.Der Stengel und die Wurzel haben eine die Verdauung befördernde Kraft.Der Saft eignet sich zum Verkleben der Augenwimpern. Die Pflanzewächst auf gutem und gebautem Boden.

Chondrilla juncea L. (Compositae), Knorpelsalat, Krümling oder Sonnen-w irbel. Die zweite Art, deren Blätter am Rande dornig-steifhaarig, deren grosseBereiides, Arzneimittellehre des Dioskurides. 15