Druckschrift 
Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
Entstehung
Seite
223
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

II. Buch. Cap. 156.

223

Krateuas wird von Sprengel nach dem Vorgänge von Anguillara auf Nasturtiumofficin. R. Br., Brunnenkresse, bezogen, es kann aber auch Veronica Anagallis L.,der Wasserehrenpreis, sein.

Cap. 154. IIepi Siau[tßptou. Sisymbrion. Das Sisymbrion[Einige nennen es Herpyllon agrion 1 ), Andere die Krone der Aphrodite,die Römer Usteralis, auch Herba Venerea 2 )] wächst an öden Stellen, esist der Pfefferminze ähnlich, aber breitblätteriger und wohlriechender undeignet sich zu Kränzen. Es hat erwärmende Kraft. Der Same ist beiHarnzwang und Blasenstein angebracht, wenn er mit Wein getrunkenwird; er beruhigt auch Krämpfe und Schlucken. Die Blätter werden alsKataplasma gegen Kopfleiden auf die Schläfen und das Gesicht gelegt,ebenso gegen Wespen- und Bienenstiche. Getrunken stillen sie auch dasErbrechen.

') Serpyllum agreste. 2 ) Yenuskraut.

Theophrast (Hist. pl. II 4, 1) sagt, dass das Sisymbrium leicht in Mentha sichverwandle, wenn es nicht durch die Cultur, durch häufiges Verpflanzen daran ge-hindert werde.

Mentha aquatica L., Wasserminze, oder M. sylvestris Koch, Pferdeminze(Labiatae).

Cap. 155. IIspi stspoo Staujißptoo. Das andere Sisymbrion.Das andere Sisymbrion Einige nennen es Kardamine, Andere nennenauch dieses Sion ist eine Wasserpflanze, welche an denselben Ortenwie das Sion wächst. Einige nennen es aber Kardamine, weil es im Ge-schmack der Kresse ähnelt. Es hat zuerst runde Blätter, bei weiteremWachsthum werden sie gespalten 1 ) wie die der Rauke. Es erwärmt und treibtden Harn. Auch roh wird es gegessen. Es vertreibt Leber- und Sonnen-brandflecken, wenn es die ganze Nacht aufgelegt und Morgens abge-waschen wird.

Sie sind 37paarig-fiederschnittig.

Nasturtium officinale L. (Cruciferae), Gebräuchliche Brunnenkresse.D- nennt sie auch Kardamine; sie wird mit Cardamine amara L., dem bitteren Schaum-kraut, nicht selten verwechselt.

Cap. 156. Ilepi Kpt&jj.oo. Meerfenchel. Das KrithmonEinige nennen es Kritamon ist eine etwa ellenhohe, ausgebreitetesparrige), strauchartige Pflanze, welche an felsigen Stellen und in derNähe des Meeres wächst, ganz besetzt mit fettglänzenden und weisslichenBlättern, welche denen des Portulaks gleichen, aber breiter und auch längersind und einen salzigen Geschmack haben. Es hat weisse Blüthen, einePrucht wie Libanotis 1 ), weich, wohlriechend, rund, welche beim Trocknenaufspringt und im Innern einen Samen hat wie Weizen, drei bis vierfingerdicke, wohlriechende, süsse Wurzeln. Frucht, Wurzel und Blätter