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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

der Spitze mit einem kurzen, von der Narbe herrührenden Fortsatz und danebenmit einem Höckerehen versehen. Die Samenschale umschliesst ohne Perisperm undEndosperm den Embryo mit dicken Kotyledonen, in denen sich zwei bereits grüneBlättchen befinden.

Sie findet sich in Aegypten, Indien und China. Die prächtige äussere Er-scheinung, das Schwimmen auf dem Wasser, ihr Sinken vor den brennenden Sonnen-strahlen, die besondere Bildung und grüne Farbe des Embryo, dies Alles liess diePflanze den Alten geheimnissvoll erscheinen und sie mit den Göttern in Ver-bindung bringen. Im Nillande ist es Osiris, in Indien Bramah, der auf den Blätternschwimmt. In China wird sie wegen der mehlreichen Wurzel und der wohl-schmeckenden Samen viel gezogen.

Schon Herodot II 92 vergleicht die Frucht mit einem Wespennest an Gestalt,mit vielen essbaren Körnern so gross wie Oelkerne, welche roh und gedörrt ge-gessen würden.

Theophrast (Hist. pl. IV 8, 2) nennt das ganze Gewebe des Stengels waben-artig, auf diesem sitze ein wespennestartiger Blüthenboden (xcüSoov), welcher biszu dreissig Bohnen enthalte.

Plinius XXI 87 nennt die Pflanze Colocasia, wogegen D. nur die Wurzel sobezeichnet. Er sagt weiter, die Aegypter schätzten dieselbe so sehr, dass sie dieBlätter in die Form von allerhand Trinkgeschirren brächten. Darauf führt manden Ausdruck Kiborion, Ciborium, ein Ess- oder Trinkgefäss zurück. D. aber ge-braucht denselben synonym mit Kibotis, ein Kistchen, und zwar für die Bohne selbst,mit der Begründung, dass die Bohnen zur Saat in einer Hülle von Erde ins Wassergesenkt würden. Uebereinstimmend damit sagt Galen (De theriac. ad Pamphil. p. 303),dass die Bohne selbst landläufig xiö-f) und xtßüiptov heisse. Da beide wohl nur vonHörensagen berichten, liesse sich die Schwierigkeit dieser Stelle leicht heben, wennman das xaXet/tai xtßcöpiov yj xtßiuxtov auf das kurz vorhergehende atp-rjxtov, daswespenartige Fruchtgehäuse bezieht.

Die Bohnen wurden, wie alle Schriftsteller berichten, in dieser oder jener Formverspeist, nur den Priestern waren sie wegen ihrer blähenden Wirkung verboten.

Cap. 129. Iispi <I>axoö. Linse. Die Linse [die essbare; dieRömer nennen sie Lens oder Lenfcicula] macht, wenn sie fortwährend ge-gessen wird, stumpfsichtig, ist schwer verdaulich, dem Magen nicht be-kömmlich, verursacht Blähungen im Magen und in den Eingeweiden,stellt aber den Durchfall, wenn sie mit der Schale genossen wird. Die-jenige darunter ist vorzuziehen, welche sich leicht kochen lässt und beimMaceriren mit Wasser nichts Schwarzes abgibt. Sie hat adstringirendeKraft, deshalb stellt sie den Durchfall, wenn sie vorher geschält und vor-sichtig gekocht wird, indem das erste Wasser abgegossen wird 1 ); denndie erste Abkochung davon löst den Bauch. Sie verursacht schwereTräume, taugt nicht für die Nerven, für die Lunge und den Kopf.Bessere Wirkung äussert sie auf die Bauchflüsse, wenn ihr Essig, Weg-wart , oder Portulak, rothe Bete, Myrtenbeeren, Granatäpfelschale,trockene Rosen, Mispeln, Speierlingsbeeren, thebanische Birnen, Quitten-äpfel, Cichorien, Wegerich oder ganze Galläpfel zugesetzt werden, welchealle nach dem Kochen weggeworfen werden, oder auch Sumach, welcher