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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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II. Buch. Cap. 111.

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Graupen, er bezeichnet aber auch eine Polenta aus geröstetem Gerstenmehl. NachPlinius XVIII 72 wurden die gerösteten Gerstenkörner mit Wasser angefeuchtet, dieNacht über stehen gelassen und am folgenden Tage zwischen Steinen gemahlen. Zu20 Pfund des Mehls wurden 3 Pfund Leinsamen, V 2 Pfund Koriander und 1 Becher(4 Drachmen) Salz gesetzt. Alles wurde dann gemischt, gedörrt und auf der Mühlegemahlen; zu längerer Aufbewahrung wurde es in Krüge gegeben. Wurde dieGerste roh angewandt, so hiess das Mehl Omelysis, ibjr}] Xuat?, rohe Linderung.

Das Gerstenbrod der Vorfahren hält Plinius gut genug für das Vieh.

Cap. 109. Ilspi Zö&oo. Zythos. Der Zytlios wird aus Gerstebereitet; er treibt den Harn, greift die Nieren und Nerven an, am meistenist er der Hirnhaut schädlich. Er verursacht Blähungen, macht schlechteSäfte und bewirkt Elephantiasis. Das damit macerirte Elfenbein lässtsich gut bearbeiten.

Der Zythos, unser heutiges Bier, für dessen Bereitung den Aegyptern diePriorität zugesprochen wird, wurde nach Zosimus Panapolita, dessen ManuscripteReinesius zuerst veröffentlichte (vgl. Sprengel, Comment. p. 456) auf folgende Artbereitet: Gerstenschrot wurde zu einem dicken Brei gekocht, aus diesem formteman Klumpen, versetzte sie mit Hefe und liess sie in Wasser gähren. War dieGährung vorüber, so liess man die Masse durch ein Sieb laufen. Man machte einsüsses und ein bitteres Bier.

In den Recepten des Papyrus Ebers und des Berliner Papyrus werden beideSorten als Menstruum für viele Arzneien gebraucht. Das Bier war aber auch eingewöhnliches Getränk der Aegypter, denn den Schülern, welche sich für das Priester-thum vorbereiteten, wurde als tägliche Nahrung Brod und Bier in das ihnen zurWohnung angewiesene Internat gebracht. Erman (Aegypten und ägyptisches Lebenim Alterthum S. 364) erzählt nach einem alten Werke (Destruction des hommes):Sechmet hatte auf Geheiss des Gottes Ra fast alle Menschen getödtet; um den Restzu retten, wurde ihr Doda-Frucht ins Bier gemischt; sie wurde dadurch trunken, sodass sie die Menschen nicht wieder erkannte.

Cap. 110. IIepi Koöp|itdo?. Kurmi. Das sogen. Kurmi, welchesaus Gerste bereitet wird, und welches man an Stelle von Wein als Ge-tränk verwendet, verursacht Kopfschmerzen, bildet schlechte Säfte undgreift die Nerven an. Es werden aber auch ähnliche Getränke aus Weizengemacht, wie im westlichen Iberien und Britannien.

Das Kurmi soll gleichfalls aus Aegypten stammen; es ist vielleicht das dortigeSüssbier, welches durch Zusatz von Honig süss wurde.

Cap. 111. IIspi Zsia?. Dinkel. Es gibt zwei Sorten Dinkel,die eine wird die einfache, die andere die zweikernige genannt, welcheden Samen in zwei Spelzen enthält. Er ist nahrhafter als Gerste, wohl-schmeckend, für die Brodbereitung aber weniger Nahrung abgebend alsder Weizen.

Triticum Spelta L. (Gramineae), oder {et a, scheint in den ältesten Zeitena ls Hauptgetreideart cultivirt zu sein; bei Homer (Od. IV 41; II. V 196) heisst der