II. Buch. Cap. 98.
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und die Fäces daselbst vor frühzeitiger fauliger Zersetzung zu schützen. Sie bildeteine schleimige, zähe, beim Schütteln schäumende Flüssigkeit von intensiv bitteremGeschmack und eigentümlichem Geruch. Bei den fleischfressenden Thieren ist siebraun, bei den pflanzenfressenden grün. Neben eigenthümlichen Farbstoffen, denGallen pigmenten, enthält sie dieNatrium- und Kalium salze der sogen.Gallensäuren, hauptsächlich der Glykochol- und Taurocholsäure. Die-selben sind bei den verschiedenen Thieren in verschiedenerWeise vertreten; so ent-hält die Fischgalle, die Hundegalle, die Galle vieler Fleischfresser nur Taurochol-säure, die Gänsegalle eine besondere Säure, die Chenotaurocholsäure. Ausserdementhält jede Galle noch Cholesterin, Cholin, Lecithin, Schleim, Fett u. a.Die Galle hat sich bis jetzt im Arzneischatze gehalten, da sie vom Ochsen genommenwird, als Fei tauri inspissatum und siccum.
Cap. 97. Ilspi A i^ätiov. Blut. Das Blut der Gans, des Lammesund der Ente wird mit Nutzen den Gegenmitteln zugemischt, das derHolztaube, der Turteltaube, der Taube und des Rebhuhns wird gegenfrische Augenwunden, gegen Blutunterlaufen und Nachsichtigkeit einge-strichen. Ganz besonders hält das Blut der Taube die Blutflüsse aus derGehirnhaut auf, das des Bockes und der Ziege, des Hirsches und desHasen, in der Pfanne gebraten und genommen, hemmt Dysenterie undßauchfluss. Mit Wein getrunken wirkt es gegen Gifte. Das Hasenblut,w arm eingerieben, heilt Sonnenbrand- und Leberflecken, das vom Hundegetrunken hilft denen, die vom wüthenden Hunde gebissen sind und denen,die Gift genossen haben. Das der Landschildkröte getrunken soll denEpileptikern heilsam sein, das der Meerschildkröte, mit Wein, HasenlabUnd römischem Kümmel getrunken, ist ein gutes Mittel gegen den Bissgiftiger Thiere und den Genuss des Krötengiftes. Das Stierblut, mitHafergrütze umgeschlagen, zertheilt und erweicht Verhärtungen, das derHengste wird den Fäulnissmitteln zugemischt; das des Chamäleons, glaubtnian, entferne die Augenwimpern, in gleicher Weise das der grünendrösche. Das Menstrualblut der Frauen scheint die Empfängniss derbrauen zu hindern, wenn sie sich rings herum damit bestreichen, oderwenn sie darüber hinschreiten. Eingerieben hilft es gegen Podagra-schmerzen und roseartigen Ausschlag.
Das Blut der verschiedenen Thiere spielte im Alterthum eine grosse Rolle,theils als wirkliches Heilmittel, weil, wie Plinius XI 224 sagt, in ihm ein grosserTheil der Lebenskraft liegt, theils als abergläubisches Mittel. In der Volksmedicinhat es noch seinen Glauben nicht völlig eingebüsst, z. B. Eselsblut gegen Epilepsie.Von der grössten Bedeutung ist das in der Neuzeit aus dem Blute gewisser Thierebereitete Serum antitoxicum.
Cap. 98. IIepi 'AirojiätoD. Koth. Der Koth der Weidekuh,frisch aufgelegt, lindert die durch Wunden entstandenen Entzündungen;er wird in Blätter eingeschlagen, über heisser Asche erwärmt und so auf-gelegt; auch besänftigt ein solcher Umschlag die brennenden Ischias-