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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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I. Buch. Cap. 126.

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artig bis 9 m Höhe, er findet sich vom nördlichen Afrika an durch den ganzenOrient. Der -wirksame Bestandtheil der Wurzel ist nach Hartwich (Die neuenArzneidrog. aus d. Pflanzenr. S. 193) ein Gerbstoff von glukosidischem Charakter.

Cap. 125. Ilspi 4>tXXopsac. Phillyrea. Die Phillyrea ist einBaum, an Grösse dem Kypros gleich, die Blätter sind denen des Oel-baumes ähnlich, aber breiter und schwärzer. Sie hat eine Frucht unge-fähr wie die Mastixpistacie, schwarz, etwas süss, etwa traubenartig ge-bildet. Sie wächst in rauhen Gegenden. Ihre Blätter adstringiren wie diedes wilden Oelbaumes, sie wirken da, wo ein Adstringens nothwendig ist,am meisten bei Geschwüren im Munde gekaut oder in der Abkochungals Mundwasser; getrunken befördern sie auch den Harn und dieP eriode.

Die meisten in Betracht kommenden Autoren halten diese Pflanze für Phillyrealatifolia L. (Oleaceae), Breitblätterige Steinlinde. Praas sagt, es sei der*YlXaoTpos des Theophrast, bei dem tptXXtipsa nicht vorkomme. Hierin irrt er aber,denn Hist. pl. I 9, 3 und III 3, 3 werden beide unter den immergrünen Gewächsengenannt. Sprengel (Gesch. d. Bot. I S. 58) übersetzt übrigens auch Xaxctpa, XaxäpT](Theophr. 1. c. III 6, 1) mit Phillyrea latifolia.

Bei Serapion ist es Mahaleb der Araber, Cerasus amara oder Cerasus Mahaleb L.,dem jedoch Matthiolus widerspricht, ohne aber selbst die Pflanze zu beschreiben. DieSchriftsteller des 16. Jahrh. Tragus, Hermolanus u. A. sehen die Linde, Tilia, da-für an, indem sie tptXupa statt tptXXopsa lesen, auch Plinius XXIV 50 schreibt die von D.angegebenen Wirkungen der Linde zu. Amatus macht eine Art Ligustrum darausund C. Bauhin meint, die Phillyrea des D. sei tpoXber) des Theoprast, der wilde Oel-baum, Oleastrum (vgl. Bauhin et Cherler lib. II p. 227 und üb. V p. 537, wosechs Unterarten nach der Gestalt der Blätter aufgezählt werden). Phillyrea latifol.ist ein etwa 2 m hoher Strauch Südeuropas mit vielen starren, geraden, am Ende■weichhaarigen Aesten; die langgestielten Blätter sind abstehend, stachelspitzig, feingesägt, am Rande umgebogen, unterseits erhaben punktirt. Die Blüthensträusschensind klein mit flaumigen, hinfälligen Deckblättern, die Kronenblätter grünlichweissmit abstehenden, zurückgebogenen Zipfeln, die Frucht ist erbsengross, kugelig,schwarzblau.

Cap. 126. ITspI Kiatoo. Kistos. Der Kistos, welchen EinigeKistharon oder Kissaron nennen, ist ein in steinigen Gegenden wachsenderzweig- und blattreicher Strauch, nicht hoch, mit rundlichen, herben, rauhenBlättern. Die männliche Blüthe ist wie die der Granate, bei der weib-lichen ist sie weiss. Sie hat zusammenziehende Kraft; daher sind diezerriebenen Blüthen, zweimal des Tages in herbem Wein getrunken, eingutes Mittel gegen Dysenterie. Für sich als Umschlag halten siefressende Geschwüre auf. Mit Wachssalbe heilen sie Brand- und ver-altete Wunden.

Theophrast schreibt jua&o^, Kisthos. Plinius XYI 152 verwechselt Kisfchos mitRissos, dem Epheu: „Es gibt auch einen starren Epheu , welcher ohne Stütze stehtnnd darum von allen Arten allein Cissos genannt wird."