I. Buch. Cap. 109.
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kugeligen Früchte mit Wein getrunken helfen gegen Schlangenbiss, inFett aufgenommen heilen sie die Verbrennungen mit Feuer. Der Flauman Blättern und Früchten ist eingedrungen (in Ohren und Augen) demGehör und Gesicht schädlich.
Die Platane, Platanus orientalis L. (Platanaceae), ist im Orient heimisch;sie war ein den Genien heiliger Baum und soll zu Delphi von Agamemnon's Handgepflanzt sein. Plinius XII 6 lässt sie über das Jonische Meer nach Sicilien wan-dern, von wo sie nach Italien und dort später zu so hohen Ehren kam, dass mansie mit Wein begoss. Durch eigenthümliche Fortpflanzung und Beschneidung, sagter weiter, erzwingt man die unglückliche Verkrüppelung der Zwergplatane. Theo-phrast (Hist. pl. I 9, 5) berichtet, dass auf Kreta bei Gortyna eine Platane stehe,welche nie die Blätter verliere, unter ihr habe Zeus mit der Europa der Liebe ge-huldigt. Man schätzte die Platane allgemein wegen ihrer schattenspendenden Krone.
Cap. 108. Ilspi MsXia;. Manna-Esche. Die Esche ist ein be-kannter Baum; der Saft seiner Blätter und diese selbst mit Wein ge-trunken und im Umschlage helfen denen, die von Schlangen gebissensind. Die gebrannte Rinde heilt mit Wasser aufgeschmiert den Aus-satz. Die Drehspähne des Holzes, genossen, sollen tödtlich wirkend sein.
Fraxinus Ornus L. (Oleaceae), Manna-Esche. Theophrast kennt ausserdieser Art noch die Berge und Bergabhänge liebende gemeine Esche (,3 oüjj. =:/,•>/.),Fraxinus excelsior L., welche wegen ihres harten Holzes geschätzt wurde. NachHomer (IL II 534) lieferte sie, ein der Nemesis geweihter Baum, das Holz zu Lanzen-schäften und Schwellen. Plinius XVI 62 hält dasselbe dem Cedernholze so ähnlich,dass es kaum davon zu unterscheiden ist.
Die Manna-Esche ist ein bis zu 10 m hoher Baum mit drei- bis vierjochig-unpaarig gefiederten Blättern und grossen rispenförmigen, wohlriechenden Blüthen.Die Flügelfrüchte sind gelblichbraun, die Flügel abgerundet mit Stachelspitze. IhreHeimath ist Kleinasien, sie geht aber von Turkestan bis nach Südtirol. Sie liefertdie Manna, welche durch Einschnitte in die Rinde ausfliesst und eintrocknet; diesewird nur von cultivirten Bäumen gewonnen, hauptsächlich bei Palermo und Cefalaan der Nordküste Siciliens, und kommt in zwei Sorten in den Handel, als Röhren-•»anna, Manna cannellata, und als gemeine Manna, Manna communis oder Gerace,eine mehr oder weniger verunreinigte Masse. Von letzterer unterscheidet man Mannaoolabrina und Manna electa, die ausgesuchten Körner. Gute Manna enthält 80 bis90°/o Mannit.
Cap. 109. Ilspi A söxt )?. Weisspappel. Die Rinde des Pappel-haumes in der Gabe von 1 Unze getrunken hilft gegen Ischias und Harn-zwang. Es wird auch gesagt, dass sie mit der Niere vom Maulesel ge-nossen Unfruchtbarkeit bewirke; es heisst auch, dass die Blätter nacheinem Abführmittel mit Wein dasselbe leisten. Der Saft der Blätter,lauwarm eingeträufelt, hilft gegen Ohrenschmerzen. Die beim Hervor-brechen der Blätter entstehenden rundlichen Gebilde 1 ) heilen, fein ge-gossen, mit Honig als Salbe die Schwachsichtigkeit. Einige berichten,