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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.
wenn die Abkochung am leidenden Zahn behalten wird. Auch wird darausein Spatel gemacht, geeignet zur Bereitung von Salben und Zäpfchen.
Ferner wird aus ihnen nach dem Anzünden der Russ gewonnen zurBereitung von schwarzer Tinte, der auch zur Augenschminke dient undgegen angefressene Augenwinkel, sowie gegen Ptilosis 2 ) und Augen-triefen.
J ) Manna ist die irn Cap. 83 beschriebene Weihrauchmanna. 2 ) Entzündungder Ränder der Augenlider, wobei die Wimpern verloren gehen.
Mit diesem Capitel betritt D. das selbst heute noch in der Nomenclatur etwasunklare Gebiet der Coniferen. Er nennt drei Arten: 1. itito; wird für Pinus Pinea L.(Abietineae), Pinie gehalten, ihre Zapfen sind die x&vot; die Samen, mütSs;, diePityiden, Pinien oder Piniolen (pignoli). Sie war der Cybele geweiht. 2. jtsöxYj ist Pinusmaritima Ait. 3. atpoß'Ao?. In seiner allgemeinsten Bedeutung ist atpößtXo; (strobilos)jedenfalls der noch junge Zapfen von einigen Pinus-Arten, so von P. maritimaund Laricio Poir. der Schwarzkiefer, von F. halepensis Ait. der Strandkiefer, auchvielleicht von P. Pinea. An dieser Stelle ist es die Bezeichnung für den Baumselbst. Einige Schriftsteller, Sprengel, Lenz, Wittstein halten ihn fürPinus Cembra L., die Zirkelkiefer oder Arve, wohl mit Rücksicht auf Plinius XII 79,der vom Baume Strobus bei den Carmanen redet. P r a a. s (S. 265) tritt dieser An-sicht entgegen; auch kommt P. Cembra in Griechenland nicht vor, sondern ist einBewohner der Alpen. Ganz gewiss ist auch nicht an die in Nordamerika heimischeWeymoutskiefer, Pinus Strobus L. zu denken. Theophrast (Hist. pl. III 9, 1) kenntJura? &YP' a > Pinus silvestris L. (in Griechenland selten), iteuxf], Pinus maritima, undzwar eine zahme, it. und eine wilde, it. äfpta. Von der letzteren gibt es zwei
Abarten, it. iSata (P. Laricio) und it. jtapaXtai; (P. halepensis); bei ersterer sind dieZapfen länger und grüner, klaffen auch weniger. Weiter nennt er IXatv] äpp y ) v ;Pinus Picea L. und eXäff] S"fjXEia, Pinus Abies (1. c. I 8, 2; III 9, 6). Die grössteVerwirrung richteten die spätmittelalterlichen Schriftsteller an, indem z. B. luxu? desTheophrast bald mit Larix, bald mit Pinus, bald mit Picea, sogar mit Abies über-setzt wurde (vgl. Bauhin et Cherler, lib. IX p. 245 sqq.).
Cap. 87. Ilepi uuoiStov. Pityiden. Pityiden werden die Samender Pinienfichte und der Strandkiefer, welche in den Zapfen sich be-finden, genannt. Sie haben verdauende und einigermassen erwärmendeKraft. Sie helfen auch gegen Husten und Brustleiden für sich allein odermit Honig genommen.
Cap. 88. IIspl atpoß'.Xtov. Zapfen. Die Zapfen, so rein ge-nossen oder mit süssem Wein oder Gurkensamen genommen, sind urin-treibend und lindern die Blasen- und Nierenschmerzen. Mit Portulaksaftgenommen besänftigen sie Magenstechen, helfen der Schwäche des Körpersauf und wirken der Yerderbniss der Säfte entgegen. Die ganzen Zapfenfrisch von den Bäumen zerquetscht und in süssem Wein gekocht sind eingutes Mittel gegen veralteten Husten und Schwindsucht, wenn der Trankaus ihnen in der Gabe von 3 Bechern jeden Tag genommen wird.