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Des Pedanias Dioscuvides Arzneimittellehre in 5 Büchern
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Die Arzneimittellehre des Dioskurides.

wird. Meist kommt sie in runden oder platten Bündeln mit starkem Baldriangeruchin den Handel.

Cap. 8. Ilspi öpsivSjc NäpSou. Bergnarde. Die Bergnarde,von Einigen auch Thylakitis *) und Neris 2 ) genannt, wächst in Kilikienund Syrien und hat Blätter und Stengel wie Erynx 3 ), aber weicher [näm-lich nicht rauh und stachelig]. Die Wurzeln darunter sind schwarz, wohl-riechend, zwei oder mehrere, wie die des Asphodelos, aber schmaler undviel kleiner. Weder Stengel noch Frucht noch Blüthen nutzen etwas,aber die Wurzel hilft gegen Alles, wogegen die keltische Narde (ge-braucht wird).

') ö'üXaxTxt? (S-uXaxoetST];) von der Aehnliclikeit des Wurzelstockes mit Säckchen(6-uXay.oi), auch die Wurzeln des Asphodelos werden von D. als eicheiförmig be-schrieben. 2 ) Neris soll sie nach ihrem Entdecker, dem ägyptischen König Neiris,vielleicht auch nach dem Volksstamm der Neri an den Pyrenäen benannt sein.3 ) Welche Pflanze unter zu verstehen sei, bedarf noch der Aufklärung; Fr aas

zieht Scabiosa transsylvanica, welche der Valeriana tuberosa ähnlich ist, hierher, dieAehnlichkeit mit Eryngium, welches Fab. Columna darunter verstehen will, istzu entfernt.

Nardus tuberosa L. Knollenwurzeliger Baldrian. Das Rhizom istetwas fleischig, länglich oder rundlich, gelblichgrau. Es treibt ganz kurze Ausläufer,welche nach oben Blätter entwickeln, nach unten eine Art Knollen bilden. DerStengel ist bis 30 cm hoch, die Wurzelblätter sind mannigfach gestaltet, die Stengel-blätter in zwei bis drei Paaren, am Grunde etwas zusammengewachsen, die unterstenmit ein bis drei Paaren seitlicher und einem viel grösseren lanzettlichen Endlappen.Die Doldentraube ist halbkugelig mit blassrosenrothen wohlriechenden Blüthen. DieWurzel hat starken Baldriangeruch. An trockenen steinigen Grasplätzen Südeuropas.

Cap. 9. Ilspi 'Aadpou. Haselwurz. Die Haselwurz, welcheEinige auch wilde Narde nennen [die Propheten J ) Blut des Mars, OsthanesTliesa, die Aegypter Ivereeran, dieRömer Peripresa 2 ), Andere auch Bäkchar 3 ),die Thusker Succinum, auch Bauernnarde], [eine wohlriechende Kranz-pflanze] 4 ), hat Blätter ähnlich dem Epheu, aber viel kleiner und runder.Die Blüthen zwischen den Blättern dicht über der Wurzel sind purpur-farben, denen des Bilsenkrauts oder der Grranatblüthe 5 ) ähnlich, der Samegleicht den Weinbeerenkernen. Die Wurzeln 6 ) darunter sind zahlreich,gliederig, schräg wie bei Agrostis, aber viel dünner und wohlriechend,erwärmend, auf der Zunge beissend. Ihre Kraft ist harntreibend, er-wärmend und Brechen erregend, ein gutes Mittel für Wassersüchtige undsolche, die an chronischer Ischias leiden; sie befördern auch die monat-liche Reinigung. Mit Honigwasser (Honigmeth) in einer Gabe von6 Drachmen getrunken führen sie ab, wie weisse Nieswurz. Sie werdenauch den wohlriechenden Salben zugemischt.

Sie (die Haselwurz) wächst an schattigen Bergen, am meisten inPontus 7 ) und Phrygien, in Illyrien und bei den Vestinern 8 ) in Italien.