Vorrede.
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sammelt oder aus Schlaffheit hingewelkt sind. Auch ist freilich nichtausser Acht zu lassen, dass sie oft durch die gute BodenbeschaffenheitUll d das Verhalten der Jahreszeit früher oder später ihre volle Krafthaben. Einige haben die Eigenthümlichkeit, dass sie im Winter Blüthenund Blätter treiben, andere blühen im Jahre zweimal. Wer hierin Er-fahrung sammeln will, der muss dabei sein, wenn die neuen Sprossen ausder Erde kommen, wenn sie sich im vollen Wachsthum befinden und wenns ie verblühen. Denn weder kann der, welcher zufällig nur das Hervor-spriessen beobachtet, die volle Kraft (der Pflanze) kennen lernen, nochder, welcher nur eine vollblühende Pflanze gesehen hat, diese beim Hervor-spriessen erkennen. Daher verfallen wegen der Veränderungen an denBlättern, an der Grösse der Stengel, an den Blüthen und Früchten undw egen irgend anderer Eigentümlichkeiten diejenigen über dieses undJenes in grossen Irrthum, welche nicht in solcher Weise Beobachtungen ge-dacht haben. Aus diesem Grunde wenigstens haben einige Schriftstellersich täuschen lassen, wenn sie behaupten, einige (Pflanzen) brächten wedereine Büthe, noch einen Stengel, noch eine Frucht hervor, wie beim Grase,heim Huflattich und Fünffingerkraut. Wer diesen Dingen oft und an vielenOrten begegnet ist, wird von ihnen am besten sich Kenntniss verschaffen.Weiterhin muss man wissen, dass einige Pflanzenmittel viele Jahre sichhalten, wie die weisse und schwarze Nieswurz, die übrigen zumeist aufdrei Jahre hin brauchbar sind. Die zarten Pflanzen, z. B. Schopflavendel,heller Gamander, Polei, Eberreis, Seebeifuss, Wermuth, smyrnäischerDosten und Aehnliches muss man sammeln, wenn sie im Samen stehen,die Blüthen aber vor ihrem Abfallen, die Früchte, wenn sie reif sind, unddie Samen, wenn sie zu trocknen beginnen, vor dem Ausfallen. DiePflanzensäfte muss man bereiten aus den Stengeln, wenn sie eben aus-schlagen. Aehnlich verhält es sich mit den Blättern. Die ausfliessenden Säftea her und die Tropfenausscheidungen (Thränen) muss man gewinnen, indem
m an die Stengel anschneidet, wenn sie sich noch in voller Kraft befinden.Tv
Ule zum Aufbewahren und zum Saftausziehen, sowie zum Abziehen derh'nde bestimmten Wurzeln (sammelt man), wenn die Pflanzen anfangen,die Blätter zu verlieren. Dabei (muss man) die reinen sofort an nichtbuchten Orten trocknen, die mit Erde oder Lehm behafteten in Wasseru Waschen, die Blüthen aber und, was Wohlgerüche enthält, in trockenenKisten von Lindenholz aufbewahren. Manches gibt es, was vortheilhaft111 Papier oder Blätter eingehüllt wird zur Erhaltung der Samen.
Für die flüssigen Arzneien eignet sich ein durch und durch dichterBehälter (Stoff) aus Silber, Glas oder Horn verfertigt, auch ein irdener,nicht poröser 11 ) ist dazu passend und ein hölzerner, wie er besonders ausUc hsbaum verfertigt wird. Die erzenen Gefässe sind angebracht für■^Ugen- und feuchte Mittel, besonders für solche, die aus Essig, aus Tlieer