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ZUR GESCHICHTE DES STRONTIANITS 1
ie Entwicklung der Melassenentzuckerung mittelsStrontians in der Zeit um 1880 stand bekanntlich iminnigsten Zusammenhange mit jener des westfälischenStrontianitbergbaues, da, vor dem Aufkommen derFabrikation von Strontianpräparaten aus Cölestin (Strontium-sulfat), nur die immerhin spärlichen Mengen des natürlich vor-kommenden Minerals (Strontiumkarbonat) zu technischen Zweckenverfügbar waren. Es wird allgemein behauptet, man habe jenesAuftreten des Strontianites 2 erst nach 1870 erkannt; daher dürfteeine Bemerkung von Interesse sein, die sich im Briefwechselvon Berzelius und Liebig vorfindet, 3 und den Schluß einesvon Liebig am 22. Juli 1834 abgesandten Schreibens bildet:„Kürzlich hat man mir ein Mineral zur Untersuchung gegeben,was bei Münster in Westfalen gefunden wird, es war ganzreiner kohlensaurer Strontian; er kommt dort als Gang imGryphitenkalk in Menge vor und ist ein recht schöner Stein.Wenn Sie davon haben wollen, dürfen Sie nur ein Wort sagen,wie ich es senden kann".
Wer mit der Geschichte des Strontianverfahrens und derVerwertung der einschlägigen Patente vertraut ist, wird nichtim Zweifel sein, daß die rechtzeitige Kenntnis dieser Angabedem Wissenden unberechenbare Vorteile, ja geradezu Schätzeerschlossen hätte!
1 „Die Deutsche Zuckerindustrie", 1897; Bd. 22, S. 681.
2 Dieser Name stammt bekanntlich vom Dorfe Strontian in Schottland,einem der ersten Fundorte der Spezies.
8 Ausgabe von Carriere (München 1893, S. 94).