310 DAS so JÄHR. JUBILÄUM DES POLARISA TIONSAPPARA TES
Art zu verzeichnen, doch muß ich mich begnügen, hier nureinige der allerwichtigsten in Kürze zu besprechen.
Die Bestimmung einer fast unabsehbaren Reihe von Kristall-gestalten führte Mitscherlich zu der schon erwähnten Ent-deckung der Isomorphie (1818), sowie der Dimorphie (1821),d. i. der Fähigkeit chemischer Individuen, je nach den Um-ständen verschiedene Kristallgestalt anzunehmen, — wofür derKalkspat und Aragonit als wohlbekanntes Beispiel genanntseien; er beobachtete ferner die ungleichmäßige Ausdehnungder nichtregulären Kristalle beim Erwärmen (1823), den Einflußdes Erwärmens auf die Richtung der optischen Achsen undder Doppelbrechung (1824), die Kristallisation der Salze mitwechselnden, von der Höhe der Temperatur abhängigen MengenKristallwasser (1827), die Wärmeentwickelung bei Veränder-ungen der Kristallform (1852), u. s. w.; nicht zu übersehensind auch die Messungen zahlreicher Gas- und Dampfdichten(1883), die Studien zur chemischen Affinität, namentlich hin-sichtlich der Tension des Kristallwassers (1841 ff.), sowie dieBerechnungen über die relativen Gewichte der Körper auf ver-schiedenen Planeten (1828). Die Hoffnungen, die Mitscher-lich gerade bezüglich der physikalischen Chemie auf seinenAufenthalt zu Paris gesetzt hatte, gingen leider nicht in Er-füllung; dem Briefwechsel mit Berzelius ist zu entnehmen,daß hieran teils gewisse Eifersüchteleien zwischen den dortigenForschern Schuld trugen, teils Kleinlichkeiten und Umständlich-keiten, die dem persönlichen Verkehre mit einzelnen dieserMeister der Wissenschaft anhafteten. Eine in dieser Hinsichtcharakteristische Anekdote teilt Mitscherlich über Amperemit: Dieser große Physiker besaß zwei Katzen, die er sehrliebte, eine große und eine kleine, und da er sie stets um sichhatte und sie häufig aus- und eingingen, so störte ihn dashäufige Öffnen der Türe sehr in seinen Arbeiten; er ließ des-halb in seiner Türe ein großes Loch für die große Katzemachen, und daneben ein kleines für die kleine, ohne zu