188 ZUR GESCHICHTE DES SCHIESSPULVERS U. S. W.
Pulver zum Abschießen dieser Pfeile zu machen"; auf jedenPfeil kommen hier nur etwa 30 g Pulver, von einer Durch-schlags- oder gar Sprengwirkung kann also nicht gut dieRede sein.
Wie es mit den Kriegsgeschützen („crakys of were") be-schaffen war, die, laut dem von John Barbour 1375 verfaßten„Leben des Königs Robert Bruce von Schottland", 1327 imschottischen Kriege als Neuigkeit gesehen wurden, steht dahin; 11342 schoß man aber, bei der Belagerung des Schlosses Rihoult,immer noch „aus einer Büchse hölzerne, mit Eisen beschlagene,durch Kupferscheiben zentrierte Pfeile", und das Pulver kosteteetwa 30 Mark für ein Pfund, wurde aber wohl nur sparsamangewandt, wie denn 1342 auch die Stadt Cambray zu ihrerVerteidigung fünf metallene „Kanonen" kaufte, zu jeder abernur drei Pfund Pulver.
Ausgaben für Schwefel und Salpeter zur Herstellung vonPulver finden sich ferner 1338 in den Rechnungen des fran-zösischen Kriegskommissärs Barthelemy du Drach, des-gleichen enthalten die Rechnungsbücher der Kammer und dergroßen Garderobe Eduard III. in den Jahren 1344/47 und1345/49 Eintragungen Überzahlungen betreffs Salpeter, Schwefelund Pulver „für des Königs Kanonen (gunnies)", und 1346/47wurde aller Schwefel und Salpeter im Lande aufgekauft, wohlum wegen seiner Seltenheit die Kanonen rechtzeitig zu ver-sorgen. Unter diesen Umständen hält Guttmann die Nach-richt, die Engländer hätten sich in der Schlacht bei Crecy,1346, einiger wirklicher Kanonen bedient, für der Wahrheitentsprechend, und vermutet, der König hätte diese Geschütze(über deren Beschaffenheit allerdings nichts Bestimmtes aus-gesagt werden kann), aus Koblenz mitgebracht, wo er 1338
1 Die Behauptung Libri's, man habe 1326 in Florenz schon metalleneKanonen mit schmiedeeisernen Kugeln gehabt, ist aus inneren Gründen, undweil diesem Autor verschiedentliche Fälschungen nachgewiesen sind, nichtglaubhaft.