DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES DIOSKORIDES 53
Armenion und Kyanos, zwei leicht zerreibliche, schön blaue,kupferhaltige Mineralien, dürften als Bergblau oder diesem nahe-stehende Kupferkarbonate anzusprechen sein; 1 Chrysokolla, 2 an-scheinend identisch mit dem „natürlichen Grünspan", 8 eine ingeschlämmtem und gewaschenem Zustande schön lauchgrüne,emetische und giftige Masse, die, mit Kohle erhitzt, Kupfer odergebranntes Kupfer (d. i. Kupferoxydul) liefert, war wohl Malachit,d. i. ein basisches Kupferkarbonat.
Zink ist in metallischer Gestalt, wie dem Altertume über-haupt, so auch Dioskorides unbekannt, doch wußte man einmehr oder minder unreines Zinkoxyd darzustellen und durchVerarbeitung kupfer- und zinkhaltiger Rohmaterialien Legier-ungen zu gewinnen, die man oft nur unbestimmt als „dasGlänzende", „das Helle", „ to Isu-mv" bezeichnet findet, in an-deren Fällen aber, z. B. wenn dem geschmolzenen Kupfer einegrößere Menge verunreinigtes Zinkoxyd zugesetzt wird, „umes schöner in der Farbe", „von besserer Beschaffenheit", oder„leichtflüssiger" zu machen, als Messing und Bronze betrachtendarf. 4 Klarheit über die betreffenden chemischen Vorgängehaben die alten Metallurgen niemals gewonnen.
Die sogenannte Cadmia findet sich nicht, wie manche an-nehmen, schon fertig in den Bergwerken, sondern entsteht beider Verhüttung eines dem Pyrit ähnlichen Minerales (wohl Zink-blende), sowie bei der Verhüttung gewisser (unreiner) Kupfer-erze. Solche Cadmia (d. i. verunreinigtes Zinkoxyd) bildettrauben-, brocken- und plattenförmige Stücke von weißlicher,grauer, schwarzer, grünlicher oder bläulicher Farbe, zeigt oftBänderung und Zonenbildung, und wird entweder vom Ober-teile und von den Wänden der Schmelzöfen abgekratzt, oderauf dem Boden der Öfen und der Werkstätten zusammen-gefegt; die Masse, die man anfangs mit den Zähnen durch-beißen kann, wird, wenn man sie mit Essig fein reibt und indie Sonne stellt, alsbald hart und rot; im Feuer läßt sie kupfer-
1 5, 105 u. 106. *J5, 104. 3 5, 91. 4 5, 85; 5, 88 u. 89.