2. Erklärung botanischer Kunstausdrücke.
In der folgenden alphabetisch geordneten Übersicht sind alle wichtigen botanischen Kunst- und Fachaus-drücke, die termini'technici, soweit sie für die „Flora" in Betracht kommen, möglichst kurz und eindeutig erklärt.Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird in vielen Fällen auf die im ersten Band gebrachte anatomisch-morphologisch-biologische Einführung in die „Allgemeine Botanik", in anderen Fällen direkt auf die in Fragekommende Stelle in den Bänden (I bis VII) verwiesen; die Teilbände sind als solche (z.B. IV/i, IV/2, IV/3,IV/4) bezeichnet. Allerdings mußten mit Rücksicht auf den zur Verfügung stehenden Raum viele Ausdrückeaus dem Gebiete der Kryptogamenkunde, Zytologie (Zellenlehre), Vererbungslehre, Artbildung, Pathologie, an-gewandten Botanik, Mikrotechnik und Palaeobotanik unberücksichtigt bleiben. Dagegen erschien es angezeigt,die heute auch in systematischen Büchern aus den Grenzdisziplinen der Geologie, Pflanzengeographie (Geo-botanik), Biochemie, Bodenkunde, Klimatologie, Forstwissenschaft und Landwirtschaftslehre immer mehr inErscheinung tretenden Kunst- und Fachausdrücke aufzunehmen. Für ausführliche Erklärungen (Definitionen)und Darstellungen sind die größeren Hand- und Lehrbücher zu Rate zu ziehen, so besonders C. K. Schneider'sIllustriertes Handwörterbuch der Botanik (Leipzig, Engelmann), ferner das Handbuch der Naturwissenschaften(Jena, G. Fischer), die Arbeiten v. Goebel, Raunkiaer, Neger (Organographie, Morphologie, Oekologie),Kirchner, Loew und Schroeter (Lebensgeschichte der Blütenpflanzen von Mitteleuropa), A. F. W. Schimper,Warming-Graebner, Drude, Braun-Blanquet, v. Hayek, C. Schroeter, Rübel, Brockmann, Gams, Lüdi, Diels,Cajander, Vierhapper u. a. (Pflanzengeographie und Soziologie), Ramann (Bodenkunde), Wiesner (Roh-stoffe), C. O. Harz (Samenkunde), Kinzel (Keimung), Potonie-Gothan (Palaeobotanik), Wettstein, Lotsy,Goldschmid, Mez, Baur (Vererbungslehre, Stammesgeschichte), Küster, Ross, Penzig, Masters (Pathologie,Gallen, Teratologie) u. a.
Aasblumen — I/CXLV; V/3 2060.
Abänderungen — siehe Wuchsformen.
Abart -— siehe Varietät.
Abblatten — V/2 1146.
Aberration (aberratio) — heisst eine stark abweichende, auf dem Wege der Mutation entstandene Form
ohne selbständiges Areal, zuweilen mit pathologischem Einschlag,abfallend (deciduus) — heissen frühzeitig abfallende Pflanzenteile.
abgebissener Wurzelstock — dieser endigt plötzlich mit einer unebenen Fläche (VI/i 181).
abgeplatteter Spross — I/LXXXIV.
abgestutzte Blattspitze — I/XCV.
Ableger — I/CLVI1I (siehe Vitis vinifera).
abnormer Holzkörper — siehe zerklüfteter Holzkörper.
Abort — Ausbleiben eines Organes.
Absenker — I/CLVIII.
Absorptionssystem — umfasst alle Gewebe und Zellen, die der direkten Aufnahme von Wasser und der
in diesem gelösten Nährsalze dienen.
Abstammungsachse — I/CXXVI, CXXXV.absteigende Knospendeckung — I/CXXXVI; IV/3 1113, 1135.
Absterbe-Ordnung — V/2 1135.
Abteilung (divlsio) = systematische Einheit nach der Reihe,abwechselnd — = alternierend,abwechselnd gefiedert — I/XCVI.
abyssales Plankton — Schwebeflora (Plankton) der Tiefsee.
Acarodomatien — von Milben bewohnte Domatien.
Acarophilie — Anpassung der Pflanze an das Zusammenleben mit Milben,accessorische Knospen — siehe Beiknospen.
Achaene — Nüsschen (besonders Schliessfrucht der Kompositen) (I/CL; VI/ 1 399).
Acheilarie — Unterdrückung des Labellums (vor allem bei Orchideen),achlamydeische Blüten — nackte Blüten ohne Blütenhüllblätter (I/CXVIII).
Achse (Axe, Sprossachse) — nennt man den Spross (Stamm, Stengel) im Gegensatz zu den Laubblättern(I/LXIV).
Achsel — heisst der Winkel zwischen Stengel und Laubblatt oberhalb der Anheftungsstelle des Laubblattes.Achselknospe — entsteht in der Achsel zwischen einem Blatt (Stütz-, Tragblatt) und dem Mutterspross.Achselschüppchen — I/CVI.